Din-A0-Vergrößerung in einer einzigen Schale/Wanne?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Meinen Glückwunsch!

      Das sieht doch schonmal verdammt gut aus! Ich will alle Details wissen...

      Mir ist bei der Betrachtung der Fotos eben aufgefallen, dass (neben dem Schwamm) die einzige Variable, die ich nicht geändert hatte, der Entwickler selbst war. Ich werde mir gleich mal einen Packen der Schwämme bestellen. Welchen Entwickler hast Du verwendet und bei welchen Temperaturen?

      Zeigst Du uns die Bilder nochmal in der Galerie?

      Mit besten remotivierten Grüßen,
      Friedrich
    • Hallo,

      Hier alle Infos, für die, die es interessiert:
      6x7 er Negativ, Adox cms 20 II, entwickelt in Adotec III,
      Eigenbaukamera mit Superrollexrückteil und 4.5/35 er Rodenstock Apo- Grandagon, Gitzostativ, Arca Swiss Monoball, Drahtauslöser.
      Belichtet mit Veigel 6x9 und 80er Rodenstock Apo-Ronar Auf einer Sperrholzplatte, Papier plattgedrückt mit Halbe Plexiglas III in der Größe 90 x120 cm.
      Entwickelt in PE-Wanne der Größe 130 x110 cm. 5 Liter Adox Eco 1:9 angesetzt, 5 Liter Adofix 1:9 angesetzt. Theoretisch ca. 3,3 mm hoher Chemiestand in der Wanne.
      Chemie in Weithalstonne angemischt und auf das Papier gekippt, mit Schwamm Nigrin Viskose verteilt. Ach ja: Papier ist Fomabrom 112 Multigrade, matt.
      Alles ohne Filter, ohne Splitgrade, ohne Abwedeln oder Nachbelichten.
      Okay der Himmel auf Bild 1 braucht dringend eine Abdunklung, schon klar.

      Grüße Schwarzweißseher
    • Hallo,

      Ja, klar, die Bilder kommen in die Galerie, wenn sie ausfleckretuschiert sind. Vor allem Bild 2 hatte eine zerkratzte Emulsion, ärgerlich, mal gucken, ob ich das retten kann. Muss aber erstmal Retuschekram kaufen.
      Chemietemperatur war ziemlich genau 20 Grad. Die Schwämme musst du zuerst auswaschen, am Anfang kommt Schaum, das legt sich aber beim Auswaschen.

      Grüße Schwarzweißseher
    • Hallo,

      Richtig heißt der Entwickler wohl Adox Neutol Eco Konzentrat.
      Übrigen sind die Schwämme nicht 100 Prozent farbecht, habe aber keine negativen Auswirkungen feststellen können.
      Übrigens denke ich wirklich, der Trick ist neben der richtigen Temperatur, dass das gesamte Papier komplett mit einigen Millimetern Chemie bedeckt war.

      Was eine gute Idee war:
      - Weithalstonnen kann man schön verschließen, gut greifen und wenn sie zu sind, stinkt die Chemie nicht.
      - Plexiglas von Halbe zum Papierplattdrücken. Lässt sich besser handlen als Glas.
      - Chemie draufkippen und dann mit Schwamm verteilen. Einfach und effektiv, stressfrei.
      - Trocknen mit Nassklebeband
      - Macht RICHTIG Spaß!

      Was nicht gut war:
      - PE-Wanne: Zu instabil, zu teuer für die Leistung.
      - Scharfstellen über Monokular: Ging gar nicht.
      -Zeitaufwand. Ich muss ja immer alles auf- und abbauen. Das dauert : (
      -Latexeinmalhandschuhe. Chemie läuft oben rein und die Billigdinger, die ich gekauft habe, reißen.

      Grüße Schwarzweißseher
    • Find ich klasse, Danke für den Bericht.
      Nimm das nächste Mal Handschuhe aus Nitril, die sind chemiefest. Gibt es als Einweg oder Mehrweg. Die Mehrweg haben hohe "Stulpen" (? Keine Ahnung wie das heißt, gehen halt sehr hoch ;-). Gibt es für um die 5 Euro im Baumarkt.
      Wie hast Du das Problem mit dem Scharfstellen gelöst? Wobei ich es wohl einfacher haben werde (falls ich mich dran mache, juckt aber schon... zudem hab ich auch Panoramakameras, wenn man da höher als 10cm geht kommt man z.B. bei der FT-2 auf 24x110cm, da hab ich mich schon gefragt wie ich das händle...) da ich einen 4x5 DeVere an der Wand habe. Da sind die Einstellungen wohl noch zu erreichen.
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Hallo,

      Ja, das Scharfstellen ist ein Problem, wenn man Arme hat, die kürzer sind als zwei Meter.
      Ich habe jetzt einfach so nach Augenmaß scharfgestellt. Seltsamerweise ist es trotzdem richtig scharf geworden. Aber das ist so natürlich nicht optimal.
      Versuche mit Lederriemen zur Verlängerung und auch mit Monokular auf Stativ haben nicht funktioniert.
      Da könnte ich noch einen guten Tipp brauchen : )

      Grüße Schwarzweißseher
    • Bonjour,

      wenn es geht adaptiere dir zum Scharfstellen eine biegsame Welle an das Einstellrad - oder eine Riemenscheibe/Kettenrad mit Riemen oder Kette.

      Du kannst auch mal nach einem Einstellnegativ googeln oder dir eins machen.

      Wer als Junge ein Aquarium hatte weiß auch wie er das Wasser aus selbigen bekommt: Schlauch reinstecken, ansaugen, Modderwasser im Mund haben… reihern!

      Wir holen unsere Chemie ganz einfach aus den großen Wannen: Schlauch mit 6mm Innendurchmesser in die Wanne legen, warten bis er voll Chemie gelaufen ist. Dann ein Ende unter der Chemie lassen und das andere mit dem Daumen zuhalten und über den Kanister halten, Daumen weg und es läuft. Wenn die Schale leerer wird diese anheben und später auf die Ecke stellen bis alles raus ist. Geht aber nur wenn die Wanne höher steht als der Kanister. Es gibt übrigens Kunststoffhähne mit Dichtscheiben die man in jede Wanne einbauen kann.

      Salut,

      vom Zappa und dem kleinen Tiger (…der sagt: ör kann jerade nüch spröchen - ör hat nen Füsch üm Mäulchen!)
    • Hallo,

      Die Chemie mit dem Schwamm aufzusaugen ist eigentlich okay. Der Schwamm nimmt jedes Mal einen viertel Liter auf, zwei Schwämme parallel schon einen halben Liter. Bei 5 Litern insgesamt ist das überschaubar, zumal mir für die Schlauchmethode das Gefälle fehlt. Die Wanne steht ja auf dem Fußboden.

      Ein Einstellnegativ habe ich und auch schon ausprobiert. Das Ergebnis war so lala. Mein Veigel hat auch eine Vorrichtung, mit der man zwei Lichtspalte in Übereinstimmung bringen kann und dann ist das Bild scharf. Das funktioniert sogar. Aber beides lässt sich halt mit kurzen Armen schlecht machen.

      Eine biegsame Welle und auch einen Riemenantrieb habe ich beides auch schon ausprobiert. Das war aber auch zu ungenau. Ich bin nun allerdings auch nicht so der Feinmechaniker mit tonnenweise Geduld.

      Grüße Schwarzweißseher
    • Hallo,

      Spannend finde ich übrigens, so mal als erste Erkenntnis : ) der Großschalenentwicklung,
      dass man durch Abtupfen des Entwicklers die Schwärzung deutlich verlangsamen kann.
      Wenn sich mit dem Schwamm keine weitere Flüssigkeit mehr aufnehmen lässt, also das Papier nicht mit Chemie bedeckt ist, sondern diese sich nur noch im Papier selbst befindet (aufgesogen), geht die Schwärzung deutlich langsamer voran. Erst mit dem Aufkippen von Chemie und einem deutlichen Chemiefilm auf dem Papier geht es wieder spürbar schneller.

      Das rückt die Wasserentwicklung doch in ein neues Licht, oder? Abkippen der Chemie bringt ja auch schon was, warum dann noch Wasser draufkippen?

      Grüße Schwarzweißseher
    • Hallo,

      Die erste Papierrolle ist fertig : )

      Mal so fazitmäßig zusätzlich zu dem oben schon Gesagten:

      Was gut war bzw. einfacher als gedacht:
      - Der Umgang mit der Papierrolle, einschließlich abschneiden. Da hatte ich ursprünglich gedacht, dass da ohne professionellen Schneidetisch gar nichts geht. Das war eigentlich alles recht problemlos und stressfrei.
      - Die Einwirkzeit der Chemikalien. Ich hatte erst gedacht, dass man da richtig in den Stress kommt, um nicht überzuentwickeln. Aber das war ging entspannt.

      Was nicht so gut war bzw. schlechter als gedacht:
      - Der Gestank des Fixierers. Beim ersten Bild geht es noch, weil er ja bis zu seinem Einsatz in der verschlossenen Weithalstonne wartet und nicht stinkt. Dann aber die Arbeit mit der Chemie, draufkippen, mit dem Schwamm verteilen, mit dem Schwamm wieder aufnehmen und dabei immer schön ordentlich plempern und rumspritzen. Das muffelt beim zweiten Bild dann ganz gut. Wenn man nach einem Bild aufhört, geht es, denn man kann ja sofort nach dem Draufkippen den Raum verlassen.
      - Die Qualität eines technisch einwandfreien Negativs habe ich schwer unterschätzt. Ich dachte, analog ist das ähnlich einfach wie mit Photoshop, halt nur manuell. Aber das stimmt nicht! Es geht zwar sehr vieles im Nachhinein, aber keineswegs mal so eben nebenbei.
      - Staub, Staub und den Staub habe ich schwer unterschätzt. Das ist ein echtes Problem.
      - Retusche scheint eine Wissenschaft für sich zu sein. Aber da habe ich Hoffnung, zumindest bei der Positivretusche.
      - Was fast gar nicht ging, war die Chemie partiell aufzubringen, z.B. um gezielt einige Stellen mit purem Entwickler stärker zu entwickeln. Oder mit einer Taschenlampe vorsichtig Stellen nachzudunkeln. Das habe ich irgendwie gar nicht hingekriegt. Inzwischen habe ich zwar gelesen, dass man den Entwickler dafür am besten auf 50 Grad erhitzt, aber irgendwie sagt mir das nicht zu. Das hatte ich mir wesentlich (!) einfacher vorgestellt.
      - Ordentliche hohe dicke Stulpenhandschuhe, die chemiefest sind, sind wichtig, billigen Einmalhandschuhe taugen nix. Immerhin können einige Chemikalien über die Haut aufgenommen werden und die sind nicht unbedingt gesundheitsförderlich. Die können ruhig etwas gröber sein, man benutzt sie ja nur für die Schwammaktionen, da kommt es nicht so auf das Fingerspitzengefühl an. Hauptsache sie schützen vernünftig.

      Meine Tipps für alle, die das Gleiche vorhaben:
      - Die Wanne kann gar nicht groß genug sein. Auf jeden Fall die Rollengröße/Wunschformatgröße plus ca. 10 cm auf beiden Seiten dazu. Randhöhe geht zwar wie bei mir mit 5 cm, bei der nächsten Wanne würde ich aber einen höheren Rand nehmen, damit man grobmotorischer arbeiten kann und nicht so viel danebenspritzt. Zu hoch ist aber auch nichts, denn man muss ja auch noch drin arbeiten können.
      - Spart euch nicht die Weithalstonnen für die Chemie! Die Dinger sind super.
      - Nicht lange überlegen, sondern einfach machen!!! Das Ganze macht unwahrscheinlich viel Spaß in der Größe!

      Für mich wird es jetzt in der nächsten Zeit mit der Retusche in der Nachbardiskussion weitergehen. Das gehört ja hier nicht hin.

      Grüße Schwarzweißseher
    • Hallo,

      @Friedrich: Ich habe mir mal ein bisschen Mühe gegeben : )
      und es geschafft, ähnliche Streifen zu produzieren, die ganz eindeutig daher kommen (zumindest bei mir), dass zu weig Chemie auf die entsprechenden Stellen gekommen ist. Warum die nicht später noch ausentwickeln, weiß ich auch nicht. Könnten es vielleicht Fixiererflecken sein?

      Bei mir stand das Papier über den Wannenrand und es dauerte ein bisschen, bis ich das im Halbdunkel gemerkt habe, da war der Entwickler schon einige Sekunden drauf. Beim Fixieren ist mir das Papier dann noch zu allem Überfluss am Rand wieder aus der Wanne gerutscht. Also war es beim Fixierer das Gleiche. (Meine Wanne ist halt noch zu klein.)

      Grüße Schwarzweißseher
    • Zunächst einmal: unglaublich, was ihr da macht und wirklich tolle Bilder!!!

      Vielleicht eine Anregung, vielleicht aber auch quatsch, weil ich keine Ahnung von sowas habe:

      In dem sensationellen Doku-Film "War Photographer" über den Fotografen James Nachtwey ist eine längere Szene enthalten in der eins seiner Bilder (sehr professionell, man sieht dass der Laborant weiß was er tut) analog zu Papier gebracht wird. Und zwar von KB mit TriX auf bestimmt 1m Kantenlänge, wenn nicht mehr. Und zwar in sensationeller Qualität. Wie dem auch sei, die machen das in Horizontalprojektion. Klatschen das Papier feucht an die Wand, streifen es mit einem weichen Spatel auf, belichten es und entwickeln es dann in einer zwar länglichen, aber nur sehr wenig tiefen Schale (also quasi ein wenig wie die bereits erwähnte Regenrinne nur eckig und höher), indem das Papier dort per Hand immer wieder "hineingerollt" wird. Es bleibt sozusagen immer eine Rolle und nimmt deswegen nur wenig Platz weg. Um die Chemie zu wechseln könnte ich mir dann an einer Seite einen Zapfhahn mit Schlauch Vorstellen, mit dem man die Flüssigkeit ablassen könnte, ohne das Ding hochzuwuchten.
      Wie gesagt, vielleicht hier völliger Quatsch und für euch alter Tobak, aber ich fand es interessant und vielleicht ist es ja doch hilfreich.