Homrich 8 x 10 Horizontalvergößerer Umrüstung auf LED

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    • Hi Andi, bzw. @Rene

      -- wie steuerst Du die Gradation? Die Arbeitsweisen sind ja ziemlich unterschiedlich. Wenn man sich an manuelles Splitgrade gewoehnt hat, dann braucht man ja nur noch zwei Filter. Und genau dabei habe ich beobachtet, dass bei so ziemlich allen Lichtquellen die ich getestet habe nix mehr oberhalb von Grad 4 geht. @Rene -- wie weit kommst Du, mit welcher Methode?

      Das Problem ist ja auch fuer "normale" Lampen mit Filterfolien bekannt. Die (einigermassen) handwaving Faustregel, dass ab Grad 4 die Lichtmenge verdoppelt werden soll liegt ja im wesentlichen am deutlichen Abfall der Lichtintensitaet bei kuerzeren Wellenlaengen. Bei Multigradekoepfen wird das durch deutliche Abdunklung der "kleinen" Gradationen bewirkt.

      Die von mir angedachte Nachbau der bekannten Splitgrade-Koepfe (Ilford 400/500er Serie, Heiland, etc.) zielt genau auf diese Loesung ab. Halogenleuchten bieten sich dafuer sehr gut an, da dort ein ausreichender Lichtstrom mit passendem Spektrum erzeugt werden kann. Vorteil waere, dass man mit etwas Uebung jedes Papier exakt einstellen/lernen kann.

      Meine kommerziellen GF-Koepfe sind jedenfalls alle mit Hochleistungs-Spiegelhalogenlampen (> 150W) betrieben, allerdings sind dies Farbkoepfe mit dichroitischen Glasfiltern. Da habe ich relativ ausfuehrlich meine zwei Hauptpapiersorten einigermassen exakt kalibriert um eine Zeitkompensationsformel/tabelle zu erhalten. Mein Favorit ist allerdings mein "echter" Multigradekopf mit automatischer Zeitkompensation (per Filterdichte), d.h. eine Belichtungszeit und danach freie Gradationswahl -- aber eben leider nur bis 6x7cm. Das war, bzw. ist immer noch mein Ziel bei all meinen GF-Basteleien.

      Ich wollte hauptsaechlich anmerken, dass das ganze eigentlich einfach realisierbar ist -- aber nicht unbedingt zum gewuenschten Ergebnis fuehrt. LEDs waren mir letztlich zu teuer und zu aufwendig -- mit unklarer Aussicht, ob es ueberhaupt die Aufgabe erfuellt. Ich sehe auch immer noch die Schwierigkeit, dass der Lichtstrom relativ gering ist, bei gleichzeitiger Notwendigkeit das Licht diffus zu machen, wegen der geringen Groesse der einzelnen Quellen. Das Verhaeltnis von Leistung zu Lichtstrom im Vergleich zu Gluehbirnen mag zwar bis zu einem Faktor 10 besser sein -- aber ein Zehntel der ueblichen Leistung in LEDs zu verbauen ist immer noch ein ziemlicher Akt -- und das Verhaeltnis von Geldeinsatz zu Lichtstrom ist eben, aehh, anspruchsvoll.

      Gruesse,
      Christoph
      A shelve of pickled objects looks just like a dictionary.
    • Ich hatte doch mal die Super-LEDs genannt, die ich als Scheinwerfer verwende (100 Watt LED = 1000w Ausgangsleistung).

      Gemessen haben sie genau 5400 Grad Kelvin und deren Stärke müsste doch wahrlich ausreichen, um sie indirekt, d.h. mittels Lichtschacht und Diffusionsscheine anzubringen. Zudem werden sie nur handwarm, d.h. ich brauche nicht einmal eine Kühlung dazu.
      Hat das denn noch niemend ausprobiert?
      Ich bin nicht der Bastler, aber so schwierig stelle ich mir das nicht vor.

      Gruß
      Winfried
    • cherub schrieb:

      Hi Andi, bzw. @Rene

      -- wie steuerst Du die Gradation? Die Arbeitsweisen sind ja ziemlich unterschiedlich. Wenn man sich an manuelles Splitgrade gewoehnt hat, dann braucht man ja nur noch zwei Filter. Und genau dabei habe ich beobachtet, dass bei so ziemlich allen Lichtquellen die ich getestet habe nix mehr oberhalb von Grad 4 geht. @Rene -- wie weit kommst Du, mit welcher Methode?

      ...

      Gruesse,
      Christoph
      hallo christoph,

      wie hier schon mal geschrieben, arbeite ich ausschließlich mit einem papier: ilford ilfobrom Galerie FB. also einer festgradation. gibt's in Gradation 2 und 3. das reicht mir aus. wenn ich´s mal "härter brauchen sollte" gehe ich zum grafiker ;) für mich jedenfalls das beste Fotopapier der welt. leider - wie fast alle guten dinge im leben - teuer. ne, falsch, besser: unfassbar teuer. so lange ilford da den preis nicht dem von alba-trüffeln angleicht, werde ich aber wohl trotzdem dabei bleiben. und ich habe sehr viel davon bei -18 grad eingelagert. reicht noch sehr lange.

      ich habe mal in den 90ern mit multigradepapieren gearbeitet. nicht schlecht, aber ich hatte damals den eindruck, das sie unter vergleichbaren Bedingungen etwas unschärfere bilder liefern als festgradationen (Reflektionen in der schicht aufgrund des anderen - dickeren - schichtaufbaus? nur eine vermutung ich kenn mich da aber nicht so gut aus). bin jedenfalls bei festgradation geblieben. damals in den 90ern habe ich auch die Erfahrung gemacht, das ich quasi NIE Gradation 4 oder höher benötige. das ist natürlich bei mir so, gottseidank hat da ja jeder seine eigene bildsprache.

      so viel mir bekannt ist, haben multigradpapiere ohne Filterung eine Gradation zwischen 2 und 3, right? vielleicht passt ja zufälligerweise das Spektrum meiner LED auch bei multigradepapier. weiße LED sind ja keine "single-frequenz-strahler", also laser: sie emittieren in einem Frequenzband mit einem Peak in einem engen rahmen (liegt wohl daran, das weiße LED - grob gesagt - eigentlich blaue LED + Gelbfilter sind). alles was außerhalb dieses Peaks an spektraler empfindlichkeit liegt wird also trotzdem mit belichtet, aber eben nicht mit der Intensität wie beim Peak.

      sollte ilford die Produktion "meines" blattgolds irgendwann einstellen und nur noch variokontrastpapiere anbieten (und meine Reserven erschöpft sein), dann muss ich mich eben umstellen/umbauen.

      oder ich höre eben ganz auf. und züchte bienen.

      lg rené

      PS: war es damals - bei einführung der ersten LED-splitgradeköpfe - nicht so, das LED-köpfe für multigrade nur deshalb unterschiedliche LED-farben hatten, weil es weiße LED noch nicht gab? sie jedenfalls technisch noch nicht ausgereift waren und nur eine sehr geringe Leistung hatten? und man über eine additive farbmischung deshalb auf das passende licht zu kommen versuchte? man also mit weißen LED (plus multigradfiltern vor der vergrößerungslinse) auch kontrastvariabel printen können müsste? ist aber nur eine vermutung. bin mir da aber nicht so sicher.
    • Hi Rene,

      danke fuer die Antwort, bzw. die Wiederholung. Ich kenne nicht alle Ilford Papiere, und habe wahrscheinlich den Hinweis auf die Festgradation ueberlesen. Ich habe vermutlich auch sonst Zeilen zu Multigrade vs. Festgradation ueberlesen. Festgradation ist ungleich einfacher als die MG -- ich erinnere mich nur zu gut an meine Versuche irgendetwas Multigrade-faehiges zu bauen. Und da wollte ich eben hinweisen, dass man ein wenig mehr Gedanken und Umstaende investieren muss. Mit "einfach Filter vor die Linse" ist es eben ueberhaupt nicht getan.

      Seit meinen Experimenten ist die Zeit ja nicht stehengeblieben, weshalb ich nicht ausschliessen moechte, dass auch echt "harte" Multigrade-Abzuege mit LEDs moeglich sind. Meine eigenen Tests zeigten eben ein klares Limit an, das fuer meine Zwecke nicht ausreichte -- und Alternativen schlichtweg nicht mehr sinnvoll/kosteneffizient erschienen.

      Vielen Dank an Karl/Rolli fuer den interessanten Bericht. Sieht interessant, aber eben auch sehr teuer und aufwendig aus -- und bestaetigt letztlich meine bisherigen Vermutungen. Falls mein aktuelles Projekt zu meinem 8x10" Vergroesserer scheitert oder geaendert werden muss, dann werde ich nochmal mit den neuen Erkenntnissen weitermachen. Und vielleicht werde ich mal Daten zu meinem "Kaltlichtroehrenvergroesser" anfertigen und publizieren.

      Gruesse,
      Christoph
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    • Moin Winfried,

      ich hatte es nicht ganz ueberlesen, aber so ganz moechte ich das nicht unkommentiert lassen:

      Winfried Berberich schrieb:

      Ich hatte doch mal die Super-LEDs genannt, die ich als Scheinwerfer verwende (100 Watt LED = 1000w Ausgangsleistung).

      Gemessen haben sie genau 5400 Grad Kelvin und deren Stärke müsste doch wahrlich ausreichen, um sie indirekt, d.h. mittels Lichtschacht und Diffusionsscheine anzubringen. Zudem werden sie nur handwarm, d.h. ich brauche nicht einmal eine Kühlung dazu.
      Hat das denn noch niemend ausprobiert?
      Das Thema ist ein wenig komplizierter als das. Zum einen ist das mit der Lichtleistung so eine Sache -- das ist im ersten Post schon schwierig formuliert. Die Aussage ueber diese vermeintliche Leistung ist eigentlich eine Aussage zum Lichtstrom. LEDs haben im Extremfall einen zehnmal so grossen Lichtstrom pro Leistungsaufnahme im Vergleich zur klassischen Gluehbirne. Realistisch ist der Faktor naeher an fuenf. Was aber schwerwiegender ist, ist die Tatsache, dass es vollkommen unterschiedliche Spektren sind. D.h. die spektrale Verteilung von LEDs ist sehr viel schmaler als das Kontinuum einer Gluehemission. Die Referenz, an der diese irrefuehrende Rechnung "LED = 10* Gluehbirne" ist dann auch noch das "normierte Auge", das ebenfalls eine spektrale Empfindlichkeit aufweist, die alles andere als konstant ist. Was dann letztlich mehr als irrefuehrend ist, sind die diversen Indizes, die auch gebildet werden. Die "Lichttemperatur" ist das Irrefuehrendste ueberhaupt, physikalisch ergibt dies nur fuer thermische Emission Sinn. Der vermeintlich sinnvollere Farbwiedergabeindex ist auch irrefuehrend, da die Information fehlt, an welcher Stelle das Spektrum schlecht ist.

      Der springende Punkt ist (Achtung, absichtlich zugespitzte Formulierung): was nutzen 1000 echte LED Watt, wenn die "harte" Schicht des Papiers nur auf Wellenlaengen unterhalb 400nm reagiert, die kuerzeste abgestrahlte Wellenlaenge aber 410nm sind?

      Zwar liesse sich ein Scheinwerfer in einen Lichtschacht mit Diffusor einbauen (nicht schwer), aber so weit ich mich erinnere, sind die grossen Scheinwerfer auch schon ziemlich schwer -- 20kg oder so? Und damit wird die Mechanik auch aufwendiger. Vermutlich waere dann der komplette Selbstbau der Elektrik und Elektronik doch besser. Versuche dazu habe ich nicht gemacht. Vielleicht jemand anderes?

      Gruesse,
      Christoph
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    • So, dann nehme ich euch mal mit in die Werkstatt vom Weihnachtsmann.



      Das gelbe in der Mittes des Reflektors des alten Multiblitzgehäuses ist eine High Power LED. Also so ein Teil, was auch in Winfrieds Spot verbaut ist. Das Ding hat 30 W, selbst wenn du konservativ mit 1:5 rechnest kommst du auf 150W Lichtleistung. Du bekommst die in der gleichen Bauform aber auch in 50W und kommst somit auf 250W Lichtleistung. Der Reflektor der Kaltlichtspiegellampe fehlt hier natürlich, lässt aber relativ ein basteln. Der Charme dieser LED ist die Tatsache, dass du ohne Widerstand und Trafo auskommst. Zwei Kabel mit Stecker dran gelötet und ab in die Steckdose und das war es.

      Entgegen dem was Winfried geschrieben hat, werden die natürlich schon recht warm bzw. heiß (bei Winfrieds Strahler fällt das aber nicht auf, weil das Gehäuse zum einen durch ein Gitter recht offen ist zum andern werkelt dadrin ein flüsterleiser kleiner Lüfter), allerdings nicht so heiß wie die 250W Halogenstrahler. Normalerweise sollte der Gehäuselüfter des Vergrößerers zum Kühlen ausreichen. Ansonsten hilft man mit Kühlkörpern oder CPU-Lüftern nach. Schlussendlich könnte man das ganze über ein einfaches Experimentierboard auch noch steuern. Denkbar wäre es dann darüber auch die Zeit einzustellen. Ausserdem sollten diese LEDs dimmbar sein.



      Hier oben noch ein Beispiel für die Kühlkörper. Das sind aber noch die alten High Power LED. Lasst euch nicht täuschen, die Kamera war abgeblendet. Ohne Sonnenbrille kann man da sonst nicht reinschauen.

      Das Lichtspektrum sollte bei Betrieb mit der Mischbox und den Farbfiltern des Vergrößerers bei diesen "weissen" LED eher von untergeordneter Bedeutung sein. Ich habe es aber noch nicht ausprobiert. Aber ich denke mal dass es so herum einfacher ist als mit kompletten Lichtpanels zu arbeiten.

      Gruss Sven.
    • Lieber Renros,

      mich interessiert das, was Du ganz am Rande dieser Diskussion gesagt hast. Festgraduierte Papiere hätten Qualitätsvorteile gegenüber Variopapieren, die mit ihrer Schichtdicke und internen Reflektionen zu kämpfen hätten. Hast Du das schon einmal konkret überprüft oder ist das nur Ergebnis theoretischer Überlegungen (wie bei mir)?

      Gut Licht,
      WSt
    • Urnes schrieb:

      So, dann nehme ich euch mal mit in die Werkstatt vom Weihnachtsmann.



      Das gelbe in der Mittes des Reflektors des alten Multiblitzgehäuses ist eine High Power LED. Also so ein Teil, was auch in Winfrieds Spot verbaut ist. Das Ding hat 30 W, selbst wenn du konservativ mit 1:5 rechnest kommst du auf 150W Lichtleistung. Du bekommst die in der gleichen Bauform aber auch in 50W und kommst somit auf 250W Lichtleistung. Der Reflektor der Kaltlichtspiegellampe fehlt hier natürlich, lässt aber relativ ein basteln. Der Charme dieser LED ist die Tatsache, dass du ohne Widerstand und Trafo auskommst. Zwei Kabel mit Stecker dran gelötet und ab in die Steckdose und das war es.

      Entgegen dem was Winfried geschrieben hat, werden die natürlich schon recht warm bzw. heiß (bei Winfrieds Strahler fällt das aber nicht auf, weil das Gehäuse zum einen durch ein Gitter recht offen ist zum andern werkelt dadrin ein flüsterleiser kleiner Lüfter), allerdings nicht so heiß wie die 250W Halogenstrahler. Normalerweise sollte der Gehäuselüfter des Vergrößerers zum Kühlen ausreichen. Ansonsten hilft man mit Kühlkörpern oder CPU-Lüftern nach. Schlussendlich könnte man das ganze über ein einfaches Experimentierboard auch noch steuern. Denkbar wäre es dann darüber auch die Zeit einzustellen. Ausserdem sollten diese LEDs dimmbar sein.



      Hier oben noch ein Beispiel für die Kühlkörper. Das sind aber noch die alten High Power LED. Lasst euch nicht täuschen, die Kamera war abgeblendet. Ohne Sonnenbrille kann man da sonst nicht reinschauen.

      Das Lichtspektrum sollte bei Betrieb mit der Mischbox und den Farbfiltern des Vergrößerers bei diesen "weissen" LED eher von untergeordneter Bedeutung sein. Ich habe es aber noch nicht ausprobiert. Aber ich denke mal dass es so herum einfacher ist als mit kompletten Lichtpanels zu arbeiten.

      Gruss Sven.
      hallo Sven,

      dafür muss man in der Adventszeit doch nicht den Weihnachtsmann in seiner Werkstatt belästigen! der arme kerl hat doch momentan schon genug zu tun! ;)

      ich kenne diese high-power-LED (was etwas irreführend klingt: es handelt sich nicht um 1 LED sondern um sehr viele kleine "normale", extrem dicht gepackte). und weiß daher, das sie unfassbar hell sind. und für bestimmte fotografische zwecke sehr gut geeignet. ich nutze eine für die negativretusche: LED direkt auf einen aktiv gekühlten kühlkörper geklebt, dann an einen trafo angeschlossen, das ganze unter mein stehpodest mit milchglasscheibe geschoben, oben dann das negativ drauf, Mikroskop drüber geschwenkt: und los geht's! funktioniert hervorragend! und für die positivretusche nutze ich ebenso eine high-power-LED: Mikroskope schlucken seeehr viel licht. und das arbeiten mit ihnen geht eh schon auf die augen. da kommts auf jedes lumen an.

      wofür so eine high-power-LED nicht geeignet sein dürfte: um sie in den Lichtschacht eines Vergrößerers zu hängen. es sei denn, man legt wert auf die besten licht-spots, die man sich nur vorstellen kann. denn eine gleichmäßige helligkeitsverteilung wird man damit kaum erreichen. egal wie gut die diffusorscheibe ist. natürlich könnte man diese LED wie die halogenstrahler bei meinem homrich in den Lichtschacht hängen, sie also ihr licht indirekt (also z.b. über diverse reflektionsflächen über den filterfolien und lampen) abstrahlen lassen. damit würde man sich aber gerade des vorteiles berauben, wegen dem man extra für teuer Geld auf sie umgestiegen ist: die enorme lichtausbeute, bei wesentlich geringer hitzeentwicklung, quasi 0 Vibrationen, lebenslange konstante lichtabgabe etc...

      außerdem würde ich davon abraten, da mit 220v rumzuhantieren: viel zu gefährlich. diese LED haben meist nur kleine kontaktflächen (in ihren LED-schuhen). da löst sich schnell mal ein kabel, flutscht gegen irgendein metallteil im/am vergrößerer und zack! fängt man selbst zu leuchten an (bis zur Brikettierung). und man würde sich eines weiteren vorteils berauben: denn mit einem strom- und Spannungsregler (muss schon beides sein) kann man sich da wunderbar an die spannungsschwelle heranfühlen, wenn die LED zündet. den rest dann über den stromregler machen: womit ich auch schon klargemacht hätte, das sich das LED-licht wunderbar dimmen lässt. meine Retusche-high-power-LED "zünden" so ungefähr bei 32 Volt, und danach drehe ich über einen 2. regler die Strommenge dazu bis ich die gewünschte Helligkeit habe.

      ich habe jetzt doch mal bei meinem homrich die negativbühne und den diffusor rausgenommen und durchs loch von der objektivhalterung ein Foto auf die LED-fläche geschossen. so sieht das ganze aus:



      es haben nicht alle LED-reihen aufs Foto gepasst, aber ich denke es wird klar, wie das bei mir aussieht. die gelben Quadrate sind übrigens die LED ;)
      die sind bei mir also im abstand von ca. 1 cm verbaut. bei den high-power-LED beträgt der abstand geschätzt (messen lässt sich das kaum): 0,2-0,3. mm!

      es handelt sich übrigens um vorkonfektionierte LED-streifen. die werden in einer bestimmten länge geliefert, man bricht sich die gewünschte länge einfach ab (wie beim Baguette), verkabelt sie jeweils an den enden, fertig.

      und, Sven, um auf deine fertigen konfektionierten lichtpanels zurückzukommen (aus meinem früheren thread):

      LED-leuchtflächen gab es auch schon, als ich damals meine eigene gebastelt habe. warum ich mich trotzdem dagegen entschieden habe: der preis. fertige leuchtflächen sind unfassbar teuer. mal davon abgesehen, das es eher ein glücklicher zufall sein dürfte eine zu finden, deren maße perfekt zum verwendeten negativformat passen. und die auch noch passgenau in den vergrößerer passen.


      aber das Hauptargument gegen fertig-flächen: in diesen leuchtflächen werden meist nie (habe jedenfalls bis heute keine gefunden) LED verbaut, die einen ausreichenden lichtstrom zur verfügung stellen können. das sind keine high-power-LED, sondern meistens sehr schwache licht-stromer. was ja auch einen sinn hat: die Temperaturen dürfen bei Monitoren oder leuchtflächen eben nicht zu hoch werden um eine thermische Selbstzerstörung des Monitors oder der leuchtpulte (inklusiver der aufgelegten dias oder negative) zu vermeiden. außerdem müssten die dann aktiv gekühlt werden, was etwas bizarr anmutet: ein Monitor mit eigenem lüfter? das hatten ja nicht mal die alten röhrenfernseher nötig! ;)

      zu meiner zeit damals gab es jedenfalls LED-panele in der größe, packungsdichte und LED-Qualität/spezifik (muss ja spektral zum papier passen) wie auf dem Foto dargestellt, nicht zu kaufen. und wenn es sie gegeben hätte, wären sie für mich unbezahlbar gewesen. dann hätte ich auch gleich zu heiland rennen können.


      lg rené
    • WSt schrieb:

      Lieber Renros,

      mich interessiert das, was Du ganz am Rande dieser Diskussion gesagt hast. Festgraduierte Papiere hätten Qualitätsvorteile gegenüber Variopapieren, die mit ihrer Schichtdicke und internen Reflektionen zu kämpfen hätten. Hast Du das schon einmal konkret überprüft oder ist das nur Ergebnis theoretischer Überlegungen (wie bei mir)?

      Gut Licht,
      WSt
      hallo wst,

      "konkret überprüft" (also technisch vermessen) habe ich das nicht. vielleicht sozusagen einen "fotografischen anscheinsbeweis" durchgeführt: vom selben negativ diverse abzüge angefertigt, mit festgradationen und mg-papieren. alle abzüge gleich verarbeitet. und da habe ich damals (war in den 90ern) schon eindeutige qualitätsunterschiede sehen können. kann aber auch daran liegen das ilfords mc-papier damals eine eher dünne silberschicht hatte. vielleicht hat sich das mittlerweile ja gebessert. von da aus war es natürlich nicht weit zu den auch von dir angestellten Ursachen theoretischen Überlegungen, warum das so ist (interne Reflexionen).

      aber vielleicht kann Otto Beyer was dazu sagen. bei solchen Themen kennt er sich 1000x besser aus als ich.

      lg rené
    • Moin Sven,

      was Du schreibst steht in keinem Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe -- bis auf einen Punkt am Ende.

      Urnes schrieb:


      Das Lichtspektrum sollte bei Betrieb mit der Mischbox und den Farbfiltern des Vergrößerers bei diesen "weissen" LED eher von untergeordneter Bedeutung sein. Ich habe es aber noch nicht ausprobiert. Aber ich denke mal dass es so herum einfacher ist als mit kompletten Lichtpanels zu arbeiten.
      Ganz klar nein. Wenn es eine Wellenlaenge, insbesondere eine kuerzere nicht im Spektrum gibt, dann wird kein Filter, keine Reflexion sie hinzufuegen. Das Problem ist nicht, dass man nicht genuegend Licht aus LEDs bekommt (man braucht nur viele), sondern nicht das was man braucht -- zumindest in ausreichender Menge.


      Die Beschreibung aus dem Dokument, das Karl verllinkt hat ist vermutlich "the way to go". Die Datenblaetter deuten darauf hin, dass das Spektrum der "royal blue LED" bei 400nm endet, was fuer die meisten MG Papiere gerade ausreicht.

      Wenn ich reine Elektronikkosten zusammenzaehle, dann komme ich auf:
      je 9mal gruen & royal blau LED a 4 euro = 72 Euro
      zwei LED Treiber a 20 Euro = 40 Euro
      Netzteil ca 30 Euro
      macht in der Summe etwa 150 Euro, also noch ueberschaubar. Das bloede ist, dass ein Test mindestens dreissig Euro kostet, falls man nicht zufaellig einen passenden Treiber rumfliegen hat.

      So, genug thread gekapert -- was sagt denn der OP dazu?

      Gruesse,
      Christoph
      A shelve of pickled objects looks just like a dictionary.
    • Urnes schrieb:

      So, dann nehme ich euch mal mit in die Werkstatt vom Weihnachtsmann.



      Das gelbe in der Mittes des Reflektors des alten Multiblitzgehäuses ist eine High Power LED. Also so ein Teil, was auch in Winfrieds Spot verbaut ist. Das Ding hat 30 W, selbst wenn du konservativ mit 1:5 rechnest kommst du auf 150W Lichtleistung. Du bekommst die in der gleichen Bauform aber auch in 50W und kommst somit auf 250W Lichtleistung. Der Reflektor der Kaltlichtspiegellampe fehlt hier natürlich, lässt aber relativ ein basteln. Der Charme dieser LED ist die Tatsache, dass du ohne Widerstand und Trafo auskommst. Zwei Kabel mit Stecker dran gelötet und ab in die Steckdose und das war es.

      Entgegen dem was Winfried geschrieben hat, werden die natürlich schon recht warm bzw. heiß (bei Winfrieds Strahler fällt das aber nicht auf, weil das Gehäuse zum einen durch ein Gitter recht offen ist zum andern werkelt dadrin ein flüsterleiser kleiner Lüfter), allerdings nicht so heiß wie die 250W Halogenstrahler. Normalerweise sollte der Gehäuselüfter des Vergrößerers zum Kühlen ausreichen. Ansonsten hilft man mit Kühlkörpern oder CPU-Lüftern nach. Schlussendlich könnte man das ganze über ein einfaches Experimentierboard auch noch steuern. Denkbar wäre es dann darüber auch die Zeit einzustellen. Ausserdem sollten diese LEDs dimmbar sein.



      Hier oben noch ein Beispiel für die Kühlkörper. Das sind aber noch die alten High Power LED. Lasst euch nicht täuschen, die Kamera war abgeblendet. Ohne Sonnenbrille kann man da sonst nicht reinschauen.

      Das Lichtspektrum sollte bei Betrieb mit der Mischbox und den Farbfiltern des Vergrößerers bei diesen "weissen" LED eher von untergeordneter Bedeutung sein. Ich habe es aber noch nicht ausprobiert. Aber ich denke mal dass es so herum einfacher ist als mit kompletten Lichtpanels zu arbeiten.

      Gruss Sven.

      Sven, habe mir dein Foto nochmal genauer angeschaut: gib´s zu! das sind keine high-power-LED!

      das ist der neue 4strahlige warp-antrieb!

      ;)

      ich bin zwar kein trekki, aber das hab sogar ich erkannt!
    • Hallo Fotografen ,
      das ist schon extrem viel an Infos in kurzer Zeit zusammen gekommen. Im Moment glaube ich das Rene`s Aufbau viele Vorteile und eine Unwägbarkeit hat :
      Voteile :
      -genug Licht
      -technisch umsetzbar
      -fächig abstrahlendes Licht - mit Diffusorscheibe weich genug und gleichmäßig
      Unwägbarkeit :
      Lichtspektrum für Multigradepapier ,

      Grundsätzlich würde ein Test mit einem kurzen Streifen der LED`s Klarheit bringen , am besten mit den verschiedenen Ilford Multigrade Filtern. Dann wäre man im Klaren bezüglich des Lichtspektrums ( bei geringen Investitionskosten) und kann dann in die gesamten Streifen investieren.

      Leider habe ich noch keine Idee wie der Testaufbau aussehen könnte. Einfach nur das Papier mit den LED`s ohne Negativ belichten . Vielleicht auch im Kontaktprintverfahren ...
      Vielleicht hat da jemand eine Idee ;)
      Andi Jung
      http://www.andi-jung.com/
    • Klasse Diskussion und eine Menge Informationen.

      Technisch kann ich nichts dazu sagen, nur eben fotografisch.
      Ich sezte die B.I.G. High Speed LEDs ein (Helios LED-extreme), siehe Internet bei BIG.
      Die 4 Scheinwerfer nutze ich für Gemälderepros im Museum. Verglichen habe ich einen der 1000 Watt Scheinwerfer mit unseren Kaiser Halogenern, auch bei 1000 Watt. Die Lichtausbeite war die gleiche.
      Zur Farbtemperatur: Die Kamera war eingestellt auf 5600 Grad Kelvin. Das war etwas zu hoch (Grau- und Farbkarte von Kodak Original). Die Einstellung der Kamera war bei 5200 Grad Kelvin absolut neutral. Keine einzige Farbe wich auch nur minimal ab. Also haben die LEDs eine etwas andere Farbtemperatur, die sich ggf. bei der Analogfotografie in so weit auswirken könnte, daß die etwas kälter, also eine Idee blauer sind.
      Da ich bei KB sowie in 9/12 beruflich aber nur digital arbeite, kann ich die Farbtemperatur ja genau einstellen (Rencey 7x12 Digitalrückteil).

      Wie sich das ganze beim SW-Vergrößern auswirkt, kann ich nicht sagen. Festgestellt haben wir (damals) nur, das das Multigrade Papier (1995) erheblich schlechter und unschärfer war als das mit Festgradation.

      Gruß
      Winfried
    • Was mir eben noch zu dem Farbspektrum einfallen ist. Wenn das Spektrum selbst keine Löcher aufweist und einigermaßen linear ist, reicht es dann nicht aus sich die LEDs durch ein Infrarotfilter, sagen wir mal mit 750nm zu betrachten? Wenn die 750nm vorhanden sind müsste man doch davon ausgehen können, das der Rest auch da ist. Oder liege ich da ganz daneben? Ich meine als Lösung für den Hausgebrauch, wenn man das Filter eh rumliegen hat.

      Gruss Sven.
    • Moin Sven,

      was meinst Du, bzw. was ist genau die Frage?

      Urnes schrieb:

      Was mir eben noch zu dem Farbspektrum einfallen ist. Wenn das Spektrum selbst keine Löcher aufweist und einigermaßen linear ist, reicht es dann nicht aus sich die LEDs durch ein Infrarotfilter, sagen wir mal mit 750nm zu betrachten? Wenn die 750nm vorhanden sind müsste man doch davon ausgehen können, das der Rest auch da ist. Oder liege ich da ganz daneben? Ich meine als Lösung für den Hausgebrauch, wenn man das Filter eh rumliegen hat.
      LEDs gibt es auch bis in den IR Bereich, siehe Fernbedienungen, etc, Fuer Menschen ist es allerdings ein Problem, dass wir nur sehr schwach in dem Spektralbereich sehen koennen. Vom Maximum beim Tagessehen (mit Zapfen) bei 555nm faellt die Empfindlichkeit exponentiell ab. Aber was ich nicht verstehe ist warum IR? Das "Problem" bezahlbarer LEDs liegt im tiefblauen Teil. UV-LEDs gibt es auch schon lange; aber die technische Schwierigkeit liegt beim Schieben der Lichtfarbe exakt in den blauen Bereich, zwischen 380nm und 420nm. Und aus IR Licht kann man keiner kurzwelligeres Licht machen.


      @Winfried:
      Ich habe etwas gesucht, um Informationen ueber die verbauten LEDs vom Helios LED extreme zu bekommen, bzw. zu der Leuchte selber. Hast Du eine Aufnahme des Spektrums? Interessant ist das Thema ja schon.

      Gruesse,
      Christoph
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