Anleitung - Reinigung von Compur-Verschlüssen

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    • Anleitung - Reinigung von Compur-Verschlüssen

      Hallo,

      ich möchte hier mal schreiben, wie man den "Dial-Set Compur" (der alte schwarze mit dem Zeitenrad oben) öffnet und reinigt. Meistens hängen ja nur die Langzeiten, wenn nichts defekt ist.

      Habe schon einige Dial-Set geöffnet und wieder gängig gemacht, das geht mit wenig Aufwand nur mit Schraubenziehern. Es fällt auch beim Öffnen nichts auseinander, so dass es auch für Reparatur-Amateure zu bewältigen ist.

      Wer noch Bilder vom Innenleben bzw Aufschraubetipps für andere Compur-Typen (und ggf den Compound) hat, kann sich hier gerne im Thread anschließen.

      Aber erst ein mal zum guten alten Dial-Set: (den gabs in den Größe 0,1,2. Drei bin ih nicht sicher, evtl gabs für die Größe 3 nur den Compound?)
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    • Kapitel 1: Öffnen des Dial-Set:



      Material:
      -Tisch, auf dem keine Schräubchen wegfliegen können
      -kleine Schlitzschraubenzieher
      -Papier und Tesafilm zum Sichern der Teile
      -Digicam für Foto-Dokumentation (als Sicherheit)

      Ich stelle den Dial-Set vor dem Öffnen immer auf "M" (Moment) und auf eine Sekunde. Öffnen bei ENTspanntem Verschluss

      Zum Öffnen die von vorne 5 sichtbaren Schrauben raussschrauben in beliebiger Reihenfolge (der Strich über dem M ist keine Schraube).
      Alle Teile und Schrauben am besten mit Tesa auf Papier kleben, bei den Scheiben oben im Einstellrad in der Stellung auf das Papier kleben, wie sie bei der Abnahme standen, das erleichtert den Zusammenbau... Und gerade oben beim Einstellrad hat man ja mehrere Schichten an Scheiben, immer Fotos von der Stellung der Scheiben machen, dann klappt am Ende der Zusammenbau auch wieder problemlos...

      Hat man das ganze Einstellrad und den Spannhebel abgenommen und die beiden Schrauben des Deckels weg, kann man die Schwarze Abdeckplatte des Verschlussen von vorne abheben. ist nur reingelegt. Alle Teile des Verschlusses sind ins Unterteil eingebaut, darum kann einem nichts entgegenfallen (ausser es wäre defekt). Niemals die Schrauben an der Unterseite des Verschlusses lösen, denn irgendwann fallen einem sonst die Verschlussblätter entgegen, und die muss man erstmal wieder richtig hinbekommen). Also immer nur von oben rangehen!

      Offen findet man dann dies vor:


      Zum Putzen schraube ich den Aufzughebel provisorisch wieder an (eine Schraube reicht), damit ich den Verschluss zum Putzen und ölen bewegen kann.


      weiter gehts nach dem Abendessen...
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    • Wenn der Verschluss bei den kürzern Zeiten gut läuft, die Langzeiten aber stocken und hängen, dann liegt es normal vor allem an der verharzten Triebfeder unter dem Aufzughebel.

      Die Räder des Langzeitenwerks sind meiner Meinung nach eher weniger Schuld, aber die kann man natürlich mit Isoprolanol und Benzin im echsel zb mit q-tips reinigen, dabei immer mal wieder laufen lassen. Macht auch Freude, wenn die Räder schnurren. Durch putzen mal aufgezogen und mal abgelaufen kommt man auch überall hin.

      Das Entscheidende ist aber das Reinigen der Triebfeder unter dem Aufzughebel. Da einfach geduldig mit Qtips den alten Schmodder (meist sogar zu sehen) abtragen, unter Anlösen mit Iso und Benzin abwechselnd, z Tl unter Bewegung des Mechanismus. Den Fortschritt der Reinigung merkt man am Ablauf der eingestellten Sekunde.

      (Früher habe ich auch manchmal die Verschlüsse komplett geflutet, aber das mache ich nicht mehr, ich finde die Punktuelle Reinigung besser.)

      Wenn alles Trocken ist, öle ich die Zahnräder und die Triebfeder sparsam! mit einem speziellen Uhrenöl. Ich nehme derzeit Syncrolube, Koch Uhrenöl Sorte 2(von Microtools) hätte ich aber auch hier. Am besten nach dem Ölen noch bewegen, und ggf überschüssiges Öl nochmal wegtupfen.

      Dann folgt der Zusammenbau. Aufzughebel wieder abschrauben, Platte aufsetzen und festschrauben incl des Spannhebel, am Ende das Zeiteneinstellrad wieder in der Stellung anbringen, wie es vorher war (bei mir immer eine Sekunde).

      Fertig!
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    • Der Hebel 1, auf den der Schraubenzieher zeigt, ist der Umschalthebel zwischen Zeit und Moment; Er wirkt dann rechts unterhalb des Aufzugshebels, da geht dann eine Nase rein oder raus. Die Umschaltung kann man auch offen machen, zum Montieren aber wieder nach links ziehen und das Drehrad oben auf Z montieren. Am Rad sieht man ja die Nase, die in diese Öffnung greift und den Hebel bewegt.

      Darauf achten, dass die kleine Feder 2 unten so sitzt, die kann nach innen raushüpfen am linken Ende, dann einfach wieder aussen einhängen.

      3 links oben ist das Langzeitenwerk.

      4 ganz oben ist der Verstellmeschanismus der Zeiten. Das Rad steuert die Nasen je nach Verschlusszeit.

      5 rechts der Mechanismus, wo der Auslöser den gespannten Hebel aushängt.

      Ergänzung: Sollten die Verschlusslamellen schmutzig sein, kann man sie VORSICHTIG ohne Druck mit Isopropanol reinigen, das hält der Lack aus...
      Darf man nie ölen, genausowenig wie die Blende, die ja darunter sitzt.

      .
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    • so sah der Verschluss gleich nach dem Öffen schmutzig aus, ohne Aufziehhebel sieht man das Drehteil mit der unten drunter verbauten Triebfeder besser, und auch den gelben Schlonz dort...

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    • habe mich heute mal an die hinteren 4 Schrauben des Compur Dial Set gewagt....

      Damit trennt man das Rückteil samt Blende vom Verschluss samt Lamellen.

      Damit euch die Blendenlamellen nicht entgegenfallen, den Verschluss mit der Vorderseite nach unten (natürlich mit komplett entferntem Vorderdeckel, siehe oben) legen und dann das Rückteil abziehen.

      Dann kamn man den Lamellenverstellmechanismus reinigen. Die Lamellen der Blende sind fest, können nicht rausfallen...

      Zur Wiedermontage die beiden Nasen beachten, diese müssen einrasten. Die beiden Nasen sind auf dem Bild links und rechts an den Verschlusslamellen... Und am Rückteil am Foto bei 5 und 11 Uhr.





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    • Die Bilder von Ron zum Innenleben des Compound findet ihr hier:

      Catch of the Day - Objektiv-Neuzugänge



      PS: da ich in Dresden ja einen sehr gut funktionierenden Ica Compur II (mit korrodierten Linsen) gefunden habe, bei dem aber leider das hintere Gewinde defekt war, habe ich aus zwei Verschlüssen einen gut funktionierenden aus den besterhaltenen Teilen beider Verschlüsse gebastelt, für mein Tessar 180...
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    • so sieht das Endprodukt aus. Der Verschluss ist einer der letzten mit Ica-Branding, da er Bj 1926 ist.
      Das Objektiv aus dem anderen Verschluss ist mit 1923 ja auch in der Ica-Zeit, fällt der Merger gar nicht auf...

      mir die perfekte Funktion über die ganz perfekte Orginalität...

      Objektiv und Platine kamen ja mit meiner Technika II 10x15, montiert ist der Verschluss mit einem verschraubten Gewinde an der Platine.

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    • kann jetzt bei den kalten Temperaturen generell empfehlen, seine Verschlüsse mal in die Kälte zu legen und dann die Langzeiten nochmal zu testen. Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen und man merkt, welcher Verschluss bald gereinigt werden muss.
      Außerdem spart man dann Ärger, wenn man jetzt im Winter draussen unterwegs ist und plötzlich dann der Verschluss Zicken macht....
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    • die kommen als nächste Baustelle dran. Habe zwei von disen, der eine ist nur etwas verharzt, den zweitwn habe ich am Sonnatg irgendwie gejammed.

      Ich denke der Schewarze Linhof-Aufsatz ist nur mit den drei sichtbaren Schrauben als Deko draufgeschraubt... Den eigentlichen Verschluss zu öffnen geht normalerweise dann übder die Drehscheibe mit den zwei Löchern....

      Man wird sehen...

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    • Das Schwarze ist nur eine Art "Spolier" zur Veredelung des Verschlusses und Offensichtlich zur Verbesserung der Aerodynamik einer Technika :evil: ... EIndeutig von Linhof selber gefertigt, wie immer massivste Bauweise...

      Mit den drei Schräubchen lösen, und dann die Scheibe mit den zwei Löchlein drehen, bis die Abplattung Richung innen steht. Dann den inneren Abdeckring ca 10-20 Grad nach links drehen, bis die drei Haltenasen in den drei kleinen Lücken landen. Dann kann man ihn zb mit einem Schraubenzieher rausheben.

      Vorher noch den Blendenzeiger abschrauben...



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    • Das Hemmwerk liegt links in Höhe des Blitzsynchronhebels, man kann also ohne weitere Zerlegung mit etwas Benzin dort reinigen und später leicht ölen.

      Das Langzeitenwerk liegt gegenüber auf der rechten Seite...

      Bei Bedarf ist auch das Verschlusszeitenrad noch einfach abnehmbar, Stellung halt merken plus Foto machen für die Wiedermontage... Die ganze Scheibe ist nur aufgesteckt.. Auch da kann einem noch nix entgegenfliegen...
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    • Den bei kälte zähen Verschluss (vom 150er Symmar der Technika V 1972) habe ich so wieder Flott, inkl bestandenem Kältetest....

      Der zweite Verschluss hakt leider noch immer, nach dem Zusammenbau sah es gut aus, da lief er,maber am Tag danach bleibt er wieder hängen nach der Auslösung. Er läuft dann erst los, wenn man den Sufzugshebel nochmal andrückt.... Irgendwas ist da noch verbogen, bin nur noch nicht draufgekommen, was... muss nochmal in den OP.
      Das Symmar-S 210 hat derweil einen anderen Synchro-Compur bekommen, einen "normalen" . ohne Linhof-Deckel.
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    • habe gerade den Compound in der Mangel...

      war innen ein wenig rostig, aber alle Feder noch gut.
      Inzwischen bildet er auch wieder Zeiten, nur der Zylinder läuft wohl etwas zu zäh, die sec hat momentan nach der Reinigung 2,5 sek...

      Aber an den Kolben werde ich erstmal nicht rangehen...

      lieber rechne ich die Zeiten um...

      Und meine Probleme bei der Testaufnahme waren u.a., dass manche Drahtauslöser im Auslöser verkanten können, mein Fetter Probtor-Drahtauslöser schafft es aber...
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    • verschluss geht somit wieder, die Umrechnung hat soagr den Vorteil, dass ich bis 2sek als Verschlusszeit habe..

      so macht der Compound die Zeiten. Die Drehscheibe aussen ist mit der Exzenterscheibe verbunden, bei der lange Zeit gibt die Scheibe den ganzen Laufweg des Pins, der mit dem Zylinder verbunden ist, frei.
      Stellt man auf eine kürzere Zeit, kann der Verschluss nur zum Teil ablaufen und es geht somit schneller...

      links mittelkurze ZEit, rechts die Sekunde



      alles links gehört zum Auslöser, alles Rechts bis zum Spannrad ist der Verschlussablauf...

      Die mittlere Schraube rechts geht duch die Deckelplatte durch, damit kann man die Gegenspannfeder (die Feder im Bild unter den Schrauben) justieren und die Verschlusszeit einjustieren... (aber nur im Rahmen, nicht wenn der Kolben zu lahm läuft...)
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    • RonNetherlands schrieb:

      Abgesehen von B und T, Reguliert die Zylinder alle Geschwindigkeiten, also auch die schnelleren.
      Deshalb wäre es besser, die Zylinder zu reinigen: nicht aber mit Produkten die etwas Öl hinterlassen, aber mit Alkohol.
      wie zerlege ich den Zylinder? Sind die Messingkappen nur aufgeschraubt?

      Erstmal bin ich mit der Zeitenumrechnung aber zufrieden... eigentlich sogar gut, eine 2,5 sek zu haben statt nur einer Sekunde. Die Reproduzierbarkeit der Zeiten ist gut...
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    • Xipho schrieb:

      wie zerlege ich den Zylinder? Sind die Messingkappen nur aufgeschraubt?
      Ja die sind aufgeschraubt, aber es ist besser vor der Reinigung den Kolben herauszunehmen. Und das gelingt nur wenn man zuerst die Zylinder ausnehmt.

      [IMG:http://kpmg0072.home.xs4all.nl/Compound/compound%20Harald.jpeg]

      [IMG:http://kpmg0072.home.xs4all.nl/Compound/Compound%20Harald%203.jpg]

      [IMG:http://kpmg0072.home.xs4all.nl/Compound/Compound%20Harald%204.jpg]
      When day is done.....
    • Danke für die Fotos...

      d.h. das T-Förmige Stück, welches bei dir ja schon weg ist, kann man problemlos ab-und wieder anbauen...

      Was sind im Kolben für Materialien?
      Könnte man ihn nur aufschrauben und erstmal mit Iso oder Benzin spülen?

      Den Dial-Set Compur reingenich ja mittlerweile im Schlaf, da ich ihn inzwischen auch verstanden habe, nur bei Compound hab ich noch Manschetten.
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    • Xipho schrieb:

      Was sind im Kolben für Materialien?
      Kolbe sieht aus wie reine Aluminium
      Der Innenseite des Messing Zylinder ist poliert

      [IMG:http://kpmg0072.home.xs4all.nl/Compound/20160912_225739.jpg]

      Xipho schrieb:

      Könnte man ihn nur aufschrauben und erstmal mit Iso oder Benzin spülen?
      Besser mit Alkohol denn es wird kein Öl hinterlassen
      When day is done.....