Vergleich der Verstellbereiche Linhof S. Technika V und Master (4x5)

    • Vergleich der Verstellbereiche Linhof S. Technika V und Master (4x5)

      Da ich nichts konkretes an Zahlenvergleichen gefunden habe, habe ich mal recherchiert und kann nun den Zahlenvergleich geben. Ist ja zb immer ein Thema, wenn man überlegt, ob sich beim Gebrauchtkauf für einen sich der Master-Aufpreis lohnt.

      Vergleich: Super Technika V / Master Technika Classic
      Objektiv Shift hoch: 55 / 55 mm
      Objektiv Shift quer: 25 / 40 mm jeweils in beide Richtungen
      Objektiv Tilt um Mittelachse: 15 / 30 mm jeweils nach oben oder unten
      Objektivstandarte Drehung: 15 / 15 Grad
      Rückteil Tilt: 15 / 20 Grad in alle Richtungen
      Laufboden abklappbar: 15,30 / 15,30 Grad

      (Datenquellen: aktuelle Anleitung der Master auf der Linhof-Homepage, Original-Anleitung meiner V, ggf eigene Vermessungen an der V)
      Linhof forever! :thumbsup: 6x9 III/ 9x12 II+III+V /10x15 II/13x18 II :thumbsup:

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    • Einen Shift kann man bei der Technika auf zwei Wegen machen: (hier die Werte für die V, da ich sie dort ausmessen konnte)

      1) Normal nur mit Hochverstellung der Standarte

      2) Erweitert mit Hochverstellung der Standarte sowie Drehung von Rückteil und Objektiv um die gleiche Gradzahl in die gleiche Richtung (Bild). So erreicht man einen größeren Verstellbereich. Normal schafft man 55 mm, mit Drehung ca 100 mm, wenn der Balgen dies nicht einschränkt (so ab 200 mm Brennweite bei Unendlich geht der volle Verstellbereich.



      auf dem Foto die Unendlichstellung eines 210 er Objektivs. Die Objektivmitte liegt dann einige cm oberhalb der Mattscheibe. Dafür brauche ich dann bei 9x12 cm Objektive mit einem Bildkreis über 350 mm!

      Bei kürzeren Brennweiten/Auszügen wird man aber durch den Balgen beschränkt, weil die V ja noch nicht die Klappe an der Gehäuseoberseite hat.

      Einen Vorteil hat dabei die IV/V gegenüber der Master. Bei den älteren Modellen sind beide Drehanschläge bei 15 Grad, man muss also nur Rückwand und Objektiv bis zum Anschlag drehen, und man hat automatisch Parallelität. Da die Master am Rückteil 20 Grad kann und am Objektiv 30 Grad und keine Rastpunkte dazwischen hat, muss man die Parallelität per Wasserwaage herstellen (und später ggf mit selbst gesetzten Markierungen arbeiten)

      Für meine Objektive bedeutet dies Praktisch für den maximalen Höhenshift:

      Super Angulon 8/90: (Bildkreis 216 mm bei f16)
      Der Balgen lässt auf Unendlich einen max. Höhenshift von ca 22mm zu (ohne den Balgen zu quetschen)
      Mit der gezeigten Drehung kann man 15 mm shiften, das ergibt zusammen mit den 15 Grad Drehungen 60 mm Shift, also mehr als den Bildkreis des Objektivs

      Symmar 5.6/135: (Bildkreis 210 mm bei f16)
      Der Balgen lässt auf Unendlich einen max. Höhenshift von ca 35mm zu (ohne den Balgen zu quetschen)
      Mit der gezeigten Drehung kann man 25 mm shiften, das ergibt zusammen mit den 15 Grad Drehungen 80 mm Shift (ohne Standartenshift nur durch die Drehung 60 mm)
      Das Objektiv selber erlaubt eh nur einen 30 mm Shift vom Bildkreis, noch weiter abgeblendet etwas mehr

      Symmar-S 5.6/210: (Bildkreis 294 mm bei f16)
      Der Balgen lässt auf Unendlich den max. Höhenshift der Kamera von ca 55mm zu
      Mit der gezeigten Drehung und 55 mm Shift der Standarte bekommt man maximal 100 mm Höhenshift (nötiger Bildkreis 350 mm, mit Glück komme ich bei f45 ca auf 320-330 mm bei diesem Objektiv)
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    • lookbook schrieb:

      .. der shift der master technika für kurzbrennweite, sollte auch deutlicher als der der V sein, da sich die "Deckelklappe" öffnen lässt.
      Natürlich, dafür wurde die Klappe ja eingebaut...
      In meinem zweiten Beitrag zeige ich ja nur, was mit einer IV oder V maximal geht. Nicht jeder will sich eine Master leisten wollen, die Preise sind doch unterschiedlich.

      Die Klappe erweitert natürlich den Shift-Verstellbereich, ohne dass man den "Drehtrick" (gibt es einen Fachbegriff für diese Einstellung?) anwenden muss. Und da der "Drehtrick" mit der Master schwieriger ist, werden ihn die Master-Nutzer wohl auch seltener nutzen.
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    • Der Tiefshift durch abklappen des Bodens auf 15 Grad bei folgender Gegendrehung des Objektivs:

      ca 20 mm bei 135 mm (unendlich)
      ca 30 mm bei 210 mm

      Die Master bringt bei 30 Grad Bodenwinkel plus 30 Grad Objektivtilt ca 65 mm Tiefshift.

      Für Tiefshift gibt es beid er Technika ab der V noch einen Trick: Unter dem Sucherschuh ist noch ein Stativgewinde versteckt, um die Kamera kopfüber montieren zu können. (aber nur mit Schraubenzieher zugänglich)
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    • ... zu deinem bild oben ist vielleicht noch zu sagen, dass die bildebene senkrecht sein sollte, weil es sonst zu verzerrungen beim bildergebnis kommt.
      vorteil - das objektiv shiftet noch ein wenig höher!! man nennt dieses verfahren "erweiterte hochverstellung in der paralelverschiebung" (dein drehrick).
      es gibt paralelverschiebungen nach oben, nach unten und seitlich.

      der wirkliche vorteil der "klappe" an der master-technika ist, dass der hochshift (paralelverschiebung) auch mit kurzbrennweitigen objektiven wesentlich besser funktioniert als an der V.
      shiftaufnahmen werden hauptsächlich bei architekturaufnahmen angewendet und dann mit kurzbrennweitigen objektiven.
      "phantasie ist etwas, was sich manche leute nicht vorstellen können!"
    • der Vollständigkeit halber hier noch ein paar Zahlen für die Vorkriegs-Technika II, Modell 10x15 cm

      Auszug des Rückteils 24mm, den resultierenden Winkel muss ich noch berechnen...

      Frontstandarte:

      Quer +- 20mm
      Kippung nach hinten, Oberkante 30mm, winkel rechne ich noch aus...
      keine Kippung nach vorne
      Hochshift: 53mm
      Tiefshift 14 mm
      Drehung: theoretisch 90 Grad, kein Anschlag, aber der Balgen lässt prinzipiell 45 Grad in beide Drehrichtungen zu, aber dann kommt eh kein Licht mehr am Balgen vorbei zum Film.
      Cave: Das Drehen der Frontstandarte geht bei der II erst ab 10x15 und größer, nicht bei der 9x12!


      Laufboden: eine Raste bei ca 15 Grad Tiefstellung

      Gessamtauszug: 45 cm.

      Das nervigste an der II, bei der IV/V korrigert, ist die Einrastung des Laufboden in Nullposition, wenn man aus Unendlich raus fokussieren muss, muss man immer extra eine Taste drücken, oder man setzt das Objketiv als Null bei leicht ausgefahrenem Laufboden an.


      noch ganz gut gelenkig, die alte Dame.... ich hoffe mit 80 bin ich dann auch noch so drauf...
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    • Xipho schrieb:

      Einen Vorteil hat dabei die IV/V gegenüber der Master. Bei den älteren Modellen sind beide Drehanschläge bei 15 Grad, man muss also nur Rückwand und Objektiv bis zum Anschlag drehen, und man hat automatisch Parallelität.
      Guten Tag,

      man kann diesen Nachteil ausgleichen, indem man aus U-Profilen zwei Abstandshalter sägt und feilt. Diese Abstandshalter werden dann in die Zylinder des Rückteils an der infrage kommenden Seite eingehängt und so hat man dann einen Anschlag bei 150.

      Den Tipp gab es m. W. hier im Forum (man sollte mal alles zusammentragen, was hier zu Technikas geschrieben wurde).


      Das Projekt blieb bei mir nach Erwerb des U-Profils dann aber liegen. Es geht auch so. Aber vielleicht komme ich ja zwischen den Jahren mal dazu, die Teile zurechtzuschnitzen.


      Viele Grüße!
    • cp schrieb:

      So preisgünstig wird sich das nicht machen lassen! Ich würde die Summe mit "2" beginnen lassen. <X
      ja,mei, wer zu Arm für das Zubehörteil ist, kann sich ja immer noch statt dessen für wenig Aufpreis eine gebrauchte IV/V kaufen....

      Wenn man bedenkt, dass bei meinem Set ein de fakto neuwertiges Super Rollex (LP 1200 Euro) dabei war, war meine V so gesehen praktisch geschenkt...
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