Empfehlung für 4x5 Laufbodenkamera

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    • Empfehlung für 4x5 Laufbodenkamera

      Hallo zusammen,

      nachdem ich mich jetzt schon durch einige Foren und Blogs durchgewühlt hab, weiss ich zumindest, was ich möchte, aber letzten Endes müsste mir doch jemand persönlich etwas empfehlen.

      Also:

      Ich würde gerne im Format 4x5 fotografieren. Es soll wegen Gewicht und Größe eine Laufbodenkamera werden. Eine Kamera mit optischer Bank kann ich mangels Auto einfach nicht transportieren.
      Angesehen habe ich mir die Linhof Technika. Verstehe aber noch nicht so ganz, welche davon jetzt 4x5 kann und welche nicht. Ausserdem gefällt mir die Marke Linhof. Ich schätze Qualität und Service, natürlich weiss ich, dass das auch was kostet.
      Ich möchte damit Portraits ab und zu mal machen und vorwiegend Landschaften, dass hab ich für mich entdeckt.

      Bis jetzt nutz ich im KB eine M6 und die Hasselblad für 6x6 Aufnahmen. Wäre es ausserdem noch möglich mit einer Laufbodenkamera auch 6x6 Aufnahmen zu machen ?

      Was mir noch wichtig wäre: Ich benutz gerne Filter für Schwarz-weiß Aufnahmen. Am liebsten tiefrot, aber auch grün. Haben die Objektive ein "genormtes" Filtergewinde oder muss ich da auch noch was beachten?

      Budgetmäßig wären 1000 Euro die Obergrenze, da noch Vergrößerer und Entwicklungstank dazu kommen.

      Habt ihr da Empfehlungen?

      Vielen Dank
      Christian
    • Hallo und Willkommen, Christian!

      Eine Laufbodenkamera ist für die von Dir genannten Anwendungen sicher gut geeignet. Was die Qualität anbetrifft, setzt Du mit einer Linhof sicherlich die Reihe von der Leica über die Hasselblad beim Großformat fort.

      Die Linhof Technikas gibt es in verschiedenen Formaten von 6,5x9cm über 9x12 (4x5") bis hin zu 13x18cm (5x7"). Die extrem seltene Technika 18x24cm lassen wir einfach mal aus...

      Im Format 4x5" solltest Du nach einem Modell suchen, das bereits ein sogenanntes "Internationales Rückteil" hat. Dieses Rückteil ermöglicht Dir die Verwendung von sehr gut erhältlichen, immer noch aktuellen Filmkassetten (von Toyo, Fidelity, Lisco, Sinar, Linhof). Diese Kassetten haben ein festes, definiertes Aussenmass und können (je nach Modell) Filme im Format 4x5" oder 9x12cm aufnehmen.

      Die Modelle der Linhof Technika mit einem internationalen Rückteil gibt etwa seit Beginn der 1950er Jahre und beginnen mit der Technika III. Im Verlauf der Jahre wurden einige Verbesserungen vorgenommen und es entstanden die Modelle Super Technika IV bzw. Technika IV (1956 bis 1964), die Super Technika V (1963 bis 1976) sowie ab 1972 die Master Technika. 1995 kam die Master Technika 2000 hinzu. Aktuell gibt es die Master Technika Classic (quasi eine Master Technika 2000) und die Master Technika 3000.

      Bei dem von Dir genannten Budget für eine Linhof Technika - und unter der Annahme, dass Du noch mindestens ein Objektiv haben möchtest - solltest Du nach Technika III, IV oder V Ausschau halten. Die Technika V unterscheidet sich technisch nur geringfügig von den aktuellen Modellen. Preise für gut erhaltene Modelle der Technikas II bis V liegen mit einem 150er Objektiv etwa zwischen 750 und 1500 Euro. Es war immer schon etwas teuerer, eine Linhof zu besitzen, aber das kennst Du ja von Leica und Hasselblad auch.

      Etwas günstiger kommst Du aber auch mit anderen Laufbodenkameras weg. Schöne Modelle aus Metall gibt es auch von Horseman oder Toyo. Möchtest Du weiter Gewicht sparen, solltest Du Dir Holzkameras ansehen, z.B. Modelle von Chamonix (seit neustem im Vertrieb von Jobo, siehe hier: jobo.com/chamonix/c45h-1-chamonix-4x5 ) oder Shen-Hao. Diese Kameras kosten neu in etwa dasselbe wie eine gebrauchte Linhof und sind tolle Arbeitsgeräte. Gebrauchte Kameras liegen bei etwa 500 bis 1000 Euro.

      Bei weiteren Fragen: einfach melden!

      Grüsse
      Andreas
      To infinity... and beyond!
    • Christian Thiele schrieb:

      Bis jetzt nutz ich im KB eine M6 und die Hasselblad für 6x6 Aufnahmen. Wäre es ausserdem noch möglich mit einer Laufbodenkamera auch 6x6 Aufnahmen zu machen ?

      Was mir noch wichtig wäre: Ich benutz gerne Filter für Schwarz-weiß Aufnahmen. Am liebsten tiefrot, aber auch grün. Haben die Objektive ein "genormtes" Filtergewinde oder muss ich da auch noch was beachten?

      Kameras, die über ein genormtes "internationales" Rückteil verfügen, lassen sich auch mit speziellen Rollfilmkassetten bestücken, die dann Aufnahmen in Formate von 6x7, 6x9, 6x12 bis zu 6x17cm ermöglichen. Ein solches Rückteil kostet gebraucht etwa 150 bis 700 Euro, je nach Hersteller und Zustand.

      Die gängigen GF-Objektive (Schneider, Rodenstock, Nikon, Fuji,...) verfügen über Standardgewindegrössen, so dass man genormte Filter und auch Filterhalter (z.B. Lee, Cokin, ...) einsetzen kann.


      Grüsse
      Andreas
      To infinity... and beyond!
    • Vielen Dank für eure Antworten ! Den Thread werd ich mir nach und nach mal durchlesen.

      Was ich bei der Technika nicht verstehe: Es gibt aktuell bei eBay (Darf ich hier links reinstellen?) einige Angebote, bei denen 6x9 und 9x12 beispielsweise dabei steht. Das Modell ist aber trotzdem die "Linhof Technika III". Wäre die dann, mit entsprechendem Rückteil auch für 4x5 geeignet oder sind die jeweils für die angegebenen Größen ?

      Ich bin irgendwie nicht so angetan von Kameras aus chinesischer Produktion, hab dabei immer das Gefühl, dass nach 3 Sekunden alles zusammenbricht. Aber wahrscheinlich tu ich den meisten Herstellern damit unrecht.
      Wie wärs denn beispielsweise mit Kameras von Graflex ? Die hab ich grad auch noch entdeckt.
      Mir sind diese ganzen riesen Verstellwege glaub ich gar nicht so wichtig. Die Wege einer Laufbodenkamera reichen mir wahrscheinlich völlig aus.
      Letztlich werd ich bestimmt eh 2 Mal kaufen, weil mir irgendetwas fehlt. Wobei dafür eine optische Bank wieder nützlicher wäre, weil ich die Teile tauschen könnte. Schwierig :D
    • Hallo Christian,

      ich nutze sowohl eine Linhof Technika V, als auch zwei 4x5 Holzlaufbodenkameras von Nagaoka. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass die Technika trotz, bzw. gerade aufgrund ihrer panzerartigen Bauweise meist zu Haus bleibt. Die Nagaoka wiegt nur 1,3kg, besitzt alle wesentlichen Verstellwege, ist hinreichend stabil auch an der Küste und in den/auf Bergen und vor allem ist sie extrem kompakt und schmal in der Bauweise. Sie passt in jede Tasche oder jeden Rucksack und mit Kamera, zwei Linsen, 5 Planfilmkassetten, Einstelltuch, Lupe, Beli, etc. bin ich unter 5kg Gesamtgewicht! Neben diesen eher pragmatischen Gründen ist für mich einer der wichtigsten, dass ich durch vorschieben der Rückstandarte gerade bei Landschafts- und Architekturaufnahmen jedes Weitwinkelobjektiv ohne Probleme nutzen kann, bei der Technika unter 90mm hingegen nur noch eingeschränkt, bzw. mit teurem Adapter. Ich war gerade sehr lange an der iberischen Küste unterwegs und von 26 Aufnahmen in 4x5 habe ich 18 mit einem 65mm Objektiv gemacht. Auf der anderen Seite lässt sie sich problemlos bis zum 300mm Apo-Ronar nutzen (zugegeben, das ist ein sehr kompaktes. Das Symmar f5,6 habe ich an ihr nicht getestet).

      Aus meiner Sicht, der ich keine Studioaufnahmen mache, ist sie die perfekte und erschwingliche Allroundkamera.

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich
    • Hallo Christian!

      Graflex-Kameras sind klasse weil sie in großen Stückzahlen produziert wurden und gebraucht entsprechend preiswert zu bekommen sind (vor allem in den USA). Der Erhaltungszustand kann allerdings sehr variieren. Du hast auch nicht ganz so viele Verstellmöglichkeiten wie bei einer Linhof Technika. Für Portrait und Landschaft kommt man aber doch schon sehr weit mit einer Graflex.

      Ich habe eine Crown Graphic in 4x5", die ich sehr gerne verwende... man muß nicht so sehr auf sie aufpassen, stabil und gut transportierbar ist sie jedenfalls, und auch nicht übertrieben schwer, jedenfalls leichter als eine entsprechende Linhof! Man kann sowieso dieselben Objektive und Kassetten verwenden, daher ist die erzielbare Bildqualität genauso wie bei der Linhof.

      Die Speed Graphic ist aufgrund ihres Schlitzverschlusses für Portrait-Fotografie begehrt, da man so (mit etwas Bastelei) sehr lichtstarke Objektive ohne eigenen Verschluß verwenden kann. Prominentestes Beispiel ist das Aero-Ektar. Die damit gemachten Bilder bestechen durch ein interessantes Bokeh und die extrem geringe Tiefenschärfe bei Offenblende, man bekommt also einen extremen Freistell-Effekt, der sich mit einer DSLR kaum in diesem Maße erzielen lässt.

      Bei den Graflex-Kameras muß man ein wenig darauf achten, daß man ein Exemplar mit internationalem Rückteil erwischt!

      Eine optische Bank ist jedenfalls deutlich flexibler was die Einstellmöglichkeiten angeht. Ja, man hat mehr zu schleppen, das ist keine Frage! Aber machbar ist es schon, ich transportiere z.B. eine Sinar in 8x10" mit dem Fahrrad. Natürlich ist das schon ein wenig "grenzwertig", aber für mich funktioniert es gut genug. Ich nutze dabei die Tatsache, daß sich so eine Sinar ziemlich gut zerlegen lässt. Man hat also dann eine große Menge an Einzelteilen zu transportieren. Das kann man dann ganz gut auf viele Taschen verteilen. Zur Not könnte ich auch noch Vorderrad-Taschen nutzen, und vielleicht werde ich mir solche auch bald noch zulegen. Dann kann ich ein richtig großes Setup mitnehmen.

      Das Sinar-System schätze ich, da die Teile auf dem europäischen Gebrauchtmarkt sehr gut und bezahlbar zu bekommen sind, und es ist aufgrund seiner Modularität extrem flexibel anwendbar.

      Nachtrag: Die Crown Graphic lässt sich auch mit 65mm benutzen. Ich habe sie schon mit einem Super Angulon 65mm 1:8 verwendet. Das funktioniert, aber Verstellmöglichkeiten hat man hierbei keine mehr.

      Viele Grüße
      Wilfried
    • Vielleicht noch eine Ergänzung zu den chinesischen Kamera (Shen Hao, Chamonix, etc.). Die Hersteller haben jahrzehntelange Erfahrungen im Bau hochwertiger GF-Kameras aller Formate. Diese Kameras sind hervorragend gefertigt und vor allem die moderneren Modelle absolut präzise Werkzeuge. Ich habe einige Zeit eine Shen Hao PTB (das Einsteigermodell) genutzt, deren Fokussierung über eine von hinten zu bedienende Welle steht einem Feintrieb bei einigen Bankkameras in nichts nach. Ich habe sie lediglich verkauft, da meine Nagaoka noch etwas leichter und vor allem deutlich schmaler ist. Im Gegenzug erhält man hier aktuelle Kameras mit Ersatzteilen und Zubehör, wie zum Beispiel einen WW-Wechselbalgen, Winkelspiegel, etc.

      Mit besten Grüßen,
      Friedrich
    • Christian Thiele schrieb:

      Was ich bei der Technika nicht verstehe: Es gibt aktuell bei eBay (Darf ich hier links reinstellen?) einige Angebote, bei denen 6x9 und 9x12 beispielsweise dabei steht. Das Modell ist aber trotzdem die "Linhof Technika III". Wäre die dann, mit entsprechendem Rückteil auch für 4x5 geeignet oder sind die jeweils für die angegebenen Größen ?
      Es gibt, wie oben schon erläutert, Linhof Technikas in verschiedenen Formaten von 6,5x9 (6x9) über 9x12 bis 13x18. Die verschiedenen Kameras heissen alle "Technika" und sind alle mehr oder weniger fortlaufend nummeriert, d.h. es gibt sowohl eine Technika III im Format 6x9 als auch im Format 9x12 sowie im Format 13x18.

      Du suchst eine Kamera im Format 9x12 bzw. 4x5".

      Friedrichs Argument für eine Holzlaufbodenkamera sind im Prinzip richtig. Gewichtsmässig beträgt der Unterschied aber nur etwa 1200 Gramm, die restlichen Ausrüstungsteile (Objektive, Filmkassetten, Lupen, Einstelltuch, Drahtauslöser, Fototasche, Notizbuch, Belichtungsmesser,...) wiegen auch nicht weniger. Wenn die Holzkamera mit Zubehör also knapp 5 kg wiegt, liegt die Ausrüstung mit der Technika bei etwa 6 kg. Das kann man auch noch tragen.

      Graflex Laufbodenkameras sind auch prima für den Einsatzzweck geeignet. Die Verstellmöglichkeiten sind allerdings doch deutlich eingeschränkter als bei den o.g. Kameras. In der Regel werden sie mit Objektiven von etwa 135 bis 180mm verwendet.

      Grüsse
      Andreas
      To infinity... and beyond!
    • Diesen Freistell-Effekt bei Portraits hab ich mir mit der Hasselblad, 8 mm Zwischenring und dem 80er Planar hingekriegt. Ich vermute aber, dass das im Großformat einfacher sein wird. Ich werd mich mal weiter nach Linhof oder Graflex umschauen, vielleicht find ich ja was passendes. Woran erkenn ich dieses internationale Rückteil ? Und was ich auch oft gelesen hab: ist 4x5 inch = 9x12 cm ?

      Andreas: 6 kg sind schon ok. Mir fällt der Transport ohne Auto nur recht schwer, da ich momentan auf Bus und Bahn angewiesen bin.
      Zu den Objektiven: Ich nutz an der M6 und der Hasselblad 50 bzw. 80 mm Brennweite. Fast ausschliesslich. Laut einer Seite würde das bei 4x5 etwa 180 mm entsprechen. Stimmt das ?
    • Bei einer Linhof Technika haben die Modelle ab der Technika IV (im originalen Auslieferungszustand) alle ein internationales Rückteil. Die Technika III gibt es in fünf verschiedenen Ausführungen, nur die letzte Version wurde mit internationalem Rückteil ausgeliefert. Du erkennst dieses letzte Version einer einer Frontklappe, die nicht ganz eben/flach ist, sondern pyramidenstumpfartig verdickt ist. Der Deckel sieht ähnlich wie bei den heutigen Kameras aus.

      4x5" ist nur ungefähr 9x12cm, wenn es um den Film geht. Deshalb braucht man unterschiedliche Filmkassetten. Aber: die Filmkassetten unterscheiden sich nicht in den Aussenmassen, d.h. in ein internationales Rückteil kann man sowohl Filmkassetten im Format 4x5" wie auch im Format 9x12cm einschieben.

      Zur Brennweite: Das Format 4x5 besitzt ein etwas anderes Seitenverhältnis als 24x36 und natürlich auch als 6x6. Daher hinken die Vergleiche immer etwas. Verwendest Du als Standard- (Normal-) Objektive 50mm im KB und 80mm im Mittelformat, so ist bei gängiger Sichtweise bei 4x5" ein 150mm-Objektiv passend. Die Bilddiagonale beträgt bei 9x12cm = 15cm, also 150mm.

      Grüsse
      Andreas
      To infinity... and beyond!
    • So,

      habe jetzt auch mal alles durchgelesen und komme zu keinem endgültigen Schluß...
      Klar, andere Leute haben auch nette Töchter, trotzdem schwöre ich auf Linhof. Einige Gründe dazu:
      - Sie kann jederzeit in München repariert oder gewartet werden.
      - Es gibt immernoch Objektivplatinen dafür (was bei anderen Kameras manchmal schwierig wird).
      - Sie ist als 4x5" meines Erachtens leicht genug, aber extrem stabil.
      - Meine Technike im Format 13/18 dient uns seit mehr als 40 Jahren. Auch heute noch ohne Einschränkungen.
      - Eine Linhof Technika kauft man nur einmal im Leben und hat sie ein ganzes Leben lang.

      So, das mal meine Liebeserklärung für diese Kamera. Zur Technik hätte ich noch einiges zu sagen (negatives), aber Du schreibst ja, daß Du keine Studioaufnahmen machst, die große Verstellwege erfordern. Denn das ist das einzige Handicap dieses Kameratyps.

      MF geht sehr gut damit. Wir haben (für die 9/12) das Horseman Rotorrückteil. Das hat eine Mattscheibe und gegenüber die Kassette, bei uns die der RB67. Es gibt dieses Rückteil aber auch für andere Formate, auch für die Hasselblad. Einfacher ist die Linhof Rolex-Kassette. Es gibt sie für 6x7 und für 6x9cm. Da wird nach dem Einstellen einfach die Mattscheibe gegen die Kassette ausgetauscht.

      Objektive:
      Das hängt nur vom Verwendungszweck ab. Wir haben von 75mm bis 360mm so gut wie alles, weil wir die Optiken an verschiedenen Kameras einsetzen.
      Generell würde ich hier folgenden Vorschlag/Vorschläge machen:
      Symmar 5,6/180mm (oder auch das Sironar, bleibt sich gleich)
      Super Angulon 8/90mm (keines in 5,6, da ist die Hinterlinse zu groß)
      Warum? das Normalobjektiv (Symmar 5,6/150mm) läßt sich nicht so weit verstellen wie das 180mm, da das 180iger schon eine 13/18cm Optik ist.
      Das Super Angulon 8/90mm ist das Universal-Weitwinkel, das bei meinen Architekturaufnahmen innen wie außen meist drauf ist. Für die optische-Bank-Kamera nehme ich aber das 5,6/90mm). Mit den beiden wärst Du am Anfang schon mal gut bedient. Weitere Brennweiten können ja später noch folgen.

      Gruß
      Winfried
    • Relativ moderne Objektive (so etwa ab den 1960er Jahren) der gängigen Hersteller sind alle sehr gut und eigen sich für vielfältige Anwendungen.

      Für ein 150er (und bei Landschaften *und Portraits) würde ich nach Schneider (Symmar, Apo-Symmar), Rodenstock (Sironar-N, Sironar-S), Fujinon (150/5.6 NW) oder Nikon (Nikkor-W) schauen. Die zuletzt entwickelten High-End-Objektive sind das Rodenstock Apo-Sironar S und das Schneider Apo-Symmar L, die aber auch gebraucht entsprechend teuer sind.

      Wenn Du zwei Objektive für die Kamera haben willst, ist das Set aus 90mm und 180mm auch prima. Bei drei Brennweiten würde ich 90, 150 und 210mm wählen.

      Grüsse
      Andreas
      To infinity... and beyond!
    • Winfried Berberich schrieb:

      So,

      habe jetzt auch mal alles durchgelesen und komme zu keinem endgültigen Schluß...
      Klar, andere Leute haben auch nette Töchter, trotzdem schwöre ich auf Linhof. Einige Gründe dazu:
      - Sie kann jederzeit in München repariert oder gewartet werden.
      - Es gibt immernoch Objektivplatinen dafür (was bei anderen Kameras manchmal schwierig wird).
      - Sie ist als 4x5" meines Erachtens leicht genug, aber extrem stabil.
      - Meine Technike im Format 13/18 dient uns seit mehr als 40 Jahren. Auch heute noch ohne Einschränkungen.
      - Eine Linhof Technika kauft man nur einmal im Leben und hat sie ein ganzes Leben lang.
      Ungefähr so gehts mir mit Leica und Hasselblad. Diese Qualität und Stabilität gefällt mir einfach.

      Nochmal zu den Objektiven: Vielleicht lehn ich mich da weit aus dem Fenster, aber ich hab zur Leica 15, 50 und 90 mm und zur Hasselblad 80 und 150 mm. Bei beiden benutz ich fast ausschliesslich die Normalbrennweiten. Das 15 mm für die Leica hab ich grad wieder verkauft, weils bis auf knapp 15 Aufnahmen einfach nicht benutzt wurde.
      Aus dem Grund würd ich einfach mal behaupten, dass mir eine Normalbrennweite erstmal vollkommen ausreicht. Deshalb würde ich mich erstmal nach einem 150 mm Objektiv umgucken.

      Womit ich mich auch noch anfreunden könnte, wäre eine "kompakte" 4x5 mit optischer Bank. Gibt es sowas? Die Situation ist halt die, dass ich, um gewisse Orte zu erreichen einfach nur Bus und Bahn fahre oder auch laufe. Wenn ich das alles in einen Rucksack kriegen würde, wär ich schon komplett zufrieden. Die Dinge, die ich mitnehme, werden wahrscheinlich auch eher minimal gehalten.Notizbuch, Stift, Belichtungsmesser, Filter, Kassetten und ein Stativ.
      Ne Überlegung wäre auch noch so einen Trolley zu bauen, aber dafür muss ja sowieso erstmal die Kamera her.

      Grad bin ich auch wieder zwischen Laufboden und optischer Bank hin und hergerissen. Die optische Bank hätte, gerade am Anfang, den Vorteil, dass ich die Funktionen, die mir fehlen, einfach nachrüsten könnte, weil die Teile ja größtenteils kompatibel sind (oder? :D ) Die eierlegende Wollmilchsau wär für mich vielleicht ne relativ kompakte und leicht zu transportierende 4x5 mit optischer Bank.

      Eine Frage zu den Objektiven hätte ich noch. Bis jetzt hab ich gelesen, dass es 3 unterschiedliche Größen gibt: 0, 1 und 3. Je nach Größe des Objektivs? Aber durch die Platinen lassen sich alle Objektive mit allen Verschlüssen an praktisch jeder Kamera verwenden. Oder?

      Vielen Dank
      Christian
    • Ich transportiere meine Linhof Technika in einem kleinen Rollkoffer, in dem neben der Kamera auch noch Objektive, Kassetten und Kleinkram Platz hat.
      Hier der Einblick:

      dl.dropboxusercontent.com/u/9512640/Rolli_k.jpg

      Das geht sehr gut und seitdem sehe ich mich viel mobiler. Ich hatte die Technika erst in einer großen Fototasche an der Schulter. Das war viel zu schwer.

      Gruß
      Dieter
    • Eine Kamera mit optischer Bank ermöglicht Dir wesentlich grössere (und andere) Verstellmöglichkeiten als eine Laufbodenkamera. Damit ist es aber schon im Wesentlichen getan. Für Landschaftsaufnahmen und Portraits benötigst Du diese Verstellmöglichkeiten aber in der Regel überhaupt nicht, da reicht eine Technika völlig aus. Anders sieht bei Architektur- oder der Produktfotografie aus, dort sind grössere Verstellwege zum Teil unbedingt erforderlich.

      Sowohl bei einer Laufbodenkamera wie auch bei einer Kamera mit optischer Bank ergibt sich die Vielseitigkeit in erster Linie durch die Möglichkeit, verschiedene Objektive zu verwenden und verschiedene Rückteile (Planfilmkassetten, Rollfilmkassetten, Polaroidrückteile, digitale Backs) ansetzen zu können. Bei einigen Kameras auf Basis der optischen Bank kann man auch zwischen verschiedenen Formaten wechseln, z.B. aus einer 4x5"-Kamera eine 5x7"-Kamera machen. Das ist wegen des Gewichts dann aber eher eine Lösung für die Studiofotografie.

      Ein Kompromiss zwischen Gewicht und grossen Verstellmöglichkeiten gibt es auch bei Linhof: die Technikardan 45 ist eine extrem klein verpackbare und relativ leichte Kamera auf Basis einer optischen Bank. Gute gebrauchte Kameras diesen Typs sind aber nur selten zu finden und liegen in der Regel jenseits von 1500 Euro ohne Objektiv.
      linhof.com/technikardan-4x5/

      Die Größenangaben bei den Objektiven beziehen sich auf den Verschluß. Je größer die Objektive (und die verwendeten Linsenelemente) sind, desto grösser ist der notwendige Zentralverschluss. Die Platinen haben unterschiedliche Masse je nach Hersteller. Bei Linhof hast Du den Vorteil, dass die von Linhof bei 4x5" verwendete Grösse (94x96mm) auch von vielen anderen Kameraherstellern übernommen wurde.

      Grüsse
      Andreas
      To infinity... and beyond!
    • Ich hab von Burton noch einen Rucksack mit Fotoeinsatz. Ursprünglich war der zum Transportieren von Kameras (wahrscheinlich auch nur Digitalkameras) beim Ski- oder Snowboardfahren gedacht und ist auch dementsprechend abgedichtet. Allerdings sind die Polster sehr bequem und der Rucksack riesengroß. Ich denke, dass da 4-5 kg locker zu tragen sind. Ich würd mir der Kamera ja auch nicht wahllos irgendwo hin gehen oder fahren, das soll schon alles noch ne Ecke durchdachter sein als beispielsweise mit der Hasselblad.