Artur Kowallick und seine Camera Minutera

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Artur Kowallick und seine Camera Minutera

      Der Fotograf Artur Kowallick nennt sich selbst "Bildermacher" und diese Bezeichnung ist durchaus zutreffend. Seine Bilder sind Grenzgänger zwischen der klassischen Fotografie und den Bildexperiementen der Surrealisten, der Neuen Sachlichkeit und zeitgenössischer Fotografie.

      Mit seiner Camera Minutera widmet sich Artur Kowallick seit einiger Zeit auch dem handwerklich-fotografischen Prozess der Portraitfotografie mit historischen Aufnahmegeräten. Die Camera Minutera wurde im vergangenen Jahrhundert in vielen Ländern von Fotografen verwendet, die auf der Strasse ihre Dienste den Kunden anboten. In nur wenigen Minuten werden so grossformatige Portraits hergestellt.

      Die Kamera besteht im Wesentlichen aus einer Holzbox. Fotografiert wird auf Fotopapier mit natürlichem Licht und einem Objektiv mit einer Blende und einem Objektivdeckel als Verschluss. Das Scharfstellen erfolgt bei der Camera Minutera mittels eines Balgens auf der Vorderseite der Kamera. Zum Belichten wird der Objektivdeckel für wenige Sekunden abgenommen.

      Über lichtdichte Ärmel auf der Rückseite der Camera Minutera kann der Fotograf im Inneren der Kamera auf das belichtete Fotopapier zugreifen und es direkt in der Kamera entwickeln und fixieren. Das so entstandene Papiernegativ wird nun in einem zweiten Schritt in einer Halterung vor der Kamera befestigt und abfotografiert. Hierdurch erhält man ein Papierpositiv. Nach dem Fixieren des Postivs werden die Fotografien kurz gewässert und gegebenenfalls noch getont.

      Artur Kowallicks Camera Minutera erzeugt Papiernegative und -positive im Format von ca. 9x14 cm. Um den Prozess zu beschleunigen, verwendet Artur PE-Papier.

      Die Kamera ist eine der wenigen in Europa noch erhaltenen Originale und befindet sich in einem traumhaften Zustand. Alte Fotografien an der Seite der Kamera zeugen vom Einsatz der Kamera im Mittelmeerraum in den 40er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Es ist wunderbar zu sehen, dass dieser fast vergessene Kameratyp wertgeschätzt und von den Portraitierten auch heute noch (und wieder) begeistert aufgenommen wird. Ähnliche Kameratypen gibt es als "Afghan Box Camera" noch heute in Afghanistan oder Pakistan.

      Danke Dir, Artur, für eine Einführung in die Kamera und seine Geschichte, sowie für die Portraits!

      Grüsse
      Andreas










      To infinity... and beyond!
    • Winfried Berberich schrieb:

      ...." zieh doch mal deinen Pullover aus"...
      Na Ihr wart ja lustige Kerls.
      Von Männerumkleidegesprächen hört man ja mitlerweile häufiger. Und ich schäm mich immer häufiger fremd.

      Andreas, Dein Beitrag freut mich im Moment besonders. Ich hatte schon von diesen Kameras gehört und auch Bilder gesehen. Letztens zeigte ich einem kurdischen Mitarbeiter von mir wie ich fotografiere und er war total begeistert und erzählte mir wie ein Paßfoto von Ihm gemacht wurde als er ein Kind war. Das muß so 30 Jahre her sein und nach seiner Beschreibung war das so eine Kamera. Und jetzt zeigst Du hier so eine Kamera in Gebrauch. Vielen Dank! Wenn ich mal in Berlin bin ist das auf meiner Liste! Bei Facebook werd ich mich dranhängen. Und natürlich zeig ich meinem Mitarbeiter die Fotos!
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.