Entwicklungsfehler: kleine Flecken in Tropfenform auf dem Negativ

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    • Entwicklungsfehler: kleine Flecken in Tropfenform auf dem Negativ

      Hallo,

      seit einiger Zeit habe ich kleine Flecken in Tropfenform auf dem Negativ.

      Es handelt sich um einen Rollfilm (Fomapan 100), die Flecken treten nur am Ende des Films auf und betreffen meist die letzten 1-3 Bilder. Das ist der Teil des Films der dem Achsrohr am nächsten ist, obwohl ich immer nur einen Film pro Spule entwickle.
      Meist handelt es sich nur um ein bis zwei kleine Flecken, das Beispiel auf den beigefügten Bildern ist die grausame Ausnahme. Aber trotzdem treibt mich dieser Fehler zur Verzweiflung.

      Inzwischen habe ich schon alles mögliche versucht um das Problem in den Griff zu bekommen:

      - vielleicht zuviel Netzmittel im destillierten Wasser? Alles neu angesetzt, Netzmittel stark reduziert, den Film noch einmal gewässert, alles beim Alten.

      - dann die Vermutung das sich noch kleine Tröpfchen beim Trocknen von der obersten Jobo-Filmklammer auf bereits trockene Teile der Emulsion verirrt haben, bis ich merkte das die Tropfen bereits vorhanden waren als ich den Film aus der Spule zog.

      - wird die Dose nach dem Einfüllen des Entwicklers nicht hart genug aufgesetzt? Inzwischen wird die Jobodose arg malträtiert, ich habe das sogar nach jedem Kippvorgang gemacht, leider vergeblich.

      - vielleicht haben sich die Flecken beim fixieren gebildet, falls sich eine Luftblase bildet und der Fixer nicht die Emulsion nicht erreicht? Also auch beim Fixen die Dose aufgesetzt und einen Problemfilm nachfixiert – kein Ergebnis.

      Mittlerweile bin ich am Ende meines Lateins. Jetzt habe ich gelesen, das eventuell Netzmittelrückstände in der Dose den Entwickler etwas auf schäumen. Könnten. Leider kann ich ja schlecht nachsehen.
      Ich spüle meine Dosen und die Spule nach der Entwicklung sofort ab und lege sie danach für ca. 4 Stunden in frisches Wasser. Aber eventuell reicht das nicht?
      Ich könnte nur noch versuchen das ganz Netzmittel wegzulassen und den Film nur in destillierten Wasser zu baden?
      Eventuell kann aber einer der Laborspezis einen Tipp geben?

      Viele Grüße
      Thomas


      Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
    • Hallo Ritchie,

      ich nehme das F 905 Plus von Calbe als Netzmittel, bin damit eigentlich ganz zufrieden. Die vorgeschriebene Verdünnung von 1+700 für Filme habe ich aber halbiert, was auch schon in anderen Foren bei Problemen empfohlen wurde.
      Ich glaube aber nicht das es am Netzmittel direkt liegt, da eine Nachwässerung auch nichts gebracht hat.

      Viele Grüße
      Thomas
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    • gerhard schrieb:

      Auf jeden Fall kein Netzmittel direkt in die Dose! Nimm ein extra Gefäß für das Netzmittelbad. Und dann versuch es mal mit Vorwässern!
      Hallo Gerhard,

      ich habe mir 1 Liter destilliertes Wasser plus Netzmittel angemischt, diese Mischung verwende ich eine Weile. Das Ganze wird dann als Schlußbad in die Jobodose vorsichtig eingefüllt.
      Danke für den Tipp mit dem extra Gefäß, das hatte ich auch schon erwogen. Ich habe noch ein paar ältere Dosen von Jobo aus der 1000er Serie, die werde ich dafür nehmen.
      Damit könnte man sicherstellen, das wirklich keine Netzmittelreste in der Entwicklerdose landen.

      Viele Grüße
      Thomas
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    • gerhard schrieb:

      Und Vorwässern! Die gleichen Fehler hatte ich mal vor langer Zeit, Vorwässern hat bei mir geholfen. Und dann die Entwicklungszeit etwas verlängern.
      Hallo Gerhard,

      stimmt das könnte wirklich die Lösung sein: Vorwässern und Netzmittel in einer separaten Dose.
      Als ich noch bei Kleinbild war und mit Vorwässerung gearbeitet habe, gab es diese Probleme nicht. Das Thema vorwässern wurde schon in diversen Foren kurz besprochen. Ich hatte aber eher den Eindruck das wäre mehr so eine Geschmacksfrage. Einen wirklichen Vorteil konnte niemand richtig benennen. Zumal man noch die Entwicklungszeit verlängern darf, da der Entwickler erst das Wasser wieder verdrängen muss.
      Aber vielleicht können ja noch ein paar Leute über ihre Erfahrung zu Thema vorwässern berichten.

      Viele Grüße in das schöne Bamberg
      Thomas
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    • Hallo Gerhard,

      noch eine kurze Nachfrage zur Verlängerung der Zeiten ... wieviel Prozent sollte man aufschlagen?
      Wie lange wässerst Du vor?

      Ich bin zur Zeit bei Adonal 1+70 und 8 min, bei sehr moderater Bewegung.

      Viele Grüße
      Thomas
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    • Kann ich Dir nicht sagen, wieviel Du verlängern musst, probiers aus. Ich habe meine Entwicklungszeiten mit Vorwässerung ausgetestet, deshalb weiß ich nicht, wie lange es ohne wäre. Die Vorwässerung löst die Lichthofschutzschicht und evtl. eingelagerte Netzmittel aus dem Film. Ich wässere so ca. 2 min vor, ist aber nicht so kritisch wie die Entwicklungszeit. Wenn die Schicht voll Wasser ist, ist sie voll.

      Viele Grüße,

      Gerhard
    • Eichendorff schrieb:

      Ich glaube aber nicht das es am Netzmittel direkt liegt, da eine Nachwässerung auch nichts gebracht hat.
      Sieht auch mehr wie reingeätzt aus..

      Vielleicht plemperts bei der Befüllung.
      Vorwässern könnte diesen Effekt mildern.

      Ich hatte meine Rollfilme auf Spule immer direkt in die offene Dose getunkt, ein paar mal hoch und runter plus Drehungen, dann erst den Deckel drauf.
      Umständlich, aber gleichmässig :)
    • bequalm schrieb:

      Vielleicht plemperts bei der Befüllung.
      Vorwässern könnte diesen Effekt mildern.
      Hallo Ritchie,

      da könntest Du Recht haben, ich habe gerade noch einmal die älteren Beiträge im Forum durchgesehen und bin auf dieses Thema gestoßen:

      Dunkle Flecken auf Negativ

      Dunkle Flecken auf Negativ

      Zu schnelles Einfüllen des Entwicklers kann zu Spritzern auf der Emulsion führen, ich habe allerdings noch gelernt das der Entwickler zügig einzufüllen ist, um eine gleichmäßige Entwicklung zu gewährleisten. Wird schwierig sein das richtige Maß zu finden, aber das würde auch erklären warum die Spritzer immer auf der Seite des Achsrohres zu finden sind.

      Andererseits bei Adonal 1+70 wundert es mich schon das es so schnell geht, zumal die 1520 ja relativ schnell voll ist.

      Aber eine Vorwässerung dürfte dem auf jeden Fall abhelfen.

      Viele Grüße
      Thomas
      Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
    • Hallo,
      ich habe gerade 2 Filme nach den hier gemachten Anregungen entwickelt.
      Bei beiden Filmen den Entwickler maßvoll eingefüllt, einen Film mit und einen ohne Vorwässerung. Was soll ich sagen ... keine Flecke! :D
      Also vielen Dank an alle!!

      bequalm schrieb:

      Ich hatte meine Rollfilme auf Spule immer direkt in die offene Dose getunkt, ein paar mal hoch und runter plus Drehungen, dann erst den Deckel drauf.
      Umständlich, aber gleichmässig
      Das halte ich auch für eine gute Idee, zumal die Entwicklungszeit viel genauer einzuhalten ist. Leider habe ich mein Labor noch nicht !00% dicht bekommen und ein paar Lichtquanten verirren sich bisweilen. Da ist mir momentan das Risiko noch zu groß.

      Viele Grüße
      Thomas
      Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
    • .. das sieht schon aus, wie trocknungsflecken ..

      bevor ich meine negative zum trocknen aufhänge, nehme ich den größten teil der nassmenge mit papier von der küchenrolle ab.
      dazu nehme ich die negative in die hand und ziehe es unter druck zwischen den fingern, durch das papier.
      gutes küchenrollenpapier ist relativ nassfest und fusselt nicht.

      danach sollte es keine trockenflecken mehr geben, wenn es denn trockenflecken sind!

      grüße

      uwe
      "phantasie ist etwas, was sich manche leute nicht vorstellen können!"
    • lookbook schrieb:

      .. das sieht schon aus, wie trocknungsflecken ..
      das dachte ich zum Anfang auch, aber wenn Du mein "Anschreiben" aufmerksam gelesen hast...


      Eichendorff schrieb:

      dann die Vermutung das sich noch kleine Tröpfchen beim Trocknen von der obersten Jobo-Filmklammer auf bereits trockene Teile der Emulsion verirrt haben, bis ich merkte das die Tropfen bereits vorhanden waren als ich den Film aus der Spule zog.

      ... wirst Du sehen das die Flecken leider schon vor dem Trocknen da waren.

      Mit der Küchenrolle auf eine weiche Emulsion zu gehen halte ich für ziemlich abenteuerlich. Destilliertes Wasser mit einer homöopathischen Dosis Netzmittel und der Film ist in 15 min Oberfächentrocken. Um diese Zeit einzusparen, würde ich kein Risiko eingehen.

      Wie bereits geschrieben mit langsameren Einfüllen des Entwicklers und Vorwässern hat sich das Problem gelöst.

      Viele Grüße
      Thomas
      Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.
    • Eichendorff schrieb:

      Mit der Küchenrolle auf eine weiche Emulsion zu gehen halte ich für ziemlich abenteuerlich. Destilliertes Wasser mit einer homöopathischen Dosis Netzmittel und der Film ist in 15 min Oberfächentrocken. Um diese Zeit einzusparen, würde ich kein Risiko eingehen.
      .. da ist nichts abenteuerliches bei!
      "phantasie ist etwas, was sich manche leute nicht vorstellen können!"
    • @lookbook..

      nassen Film zwischen Fingern abstreifen ist nach meiner Erfahrung ein großes Risiko. Das kann schnell zu langen, bildübergreifenden Kratzern führen, den so gen. "Telegraphendrähten". Ursache sind kleinste Partikel (einer genügt), die du durch die Emulsion ziehst. Und wo kommen die her? Aus jeder ungefilterten oder nur grob gefilterten Wasserleitung beim Zwischen- und Schlusswässern. Ich kipp seit vielen Jahren Agepon direkt in die Dose und hatte noch nie Probleme mit Trocknungsflecken etc.. Staub beim Trocknen ist m.E. das größere Thema. Stimmt schon, was Eichendorff sagt.....
      ja mei, was soll man dazu sagen........