Noch einmal aus der Vergangenheit - KATJA (1961)

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Noch einmal aus der Vergangenheit - KATJA (1961)

      Das Portrait meiner Frau entstand 1961.
      Linhof Laufbodenkamera 9x12, Schneider Symmar 150mm, relativ offne Blende.
      PERUTZ Perchromo Glasplatte mit einer Nennempfindlichkeit von 17/10° DIN, Schalenentwicklung (Rodinal ?). Das Negativ ist ziemlich dünn ausfgefallen.
      Beleuchtung: nahe am Fenster und Aufhellung von links mit einer Ntraphot-Lampe 250 W.
      Digitalisiert mit einer Sony A7 und dem Leitz Makro-Elmar 60mm @11
      Postprodaction: Capture One Pro und Adobe Elements 14. Starker Crop.

      Viele Grüsse
      Max-Friedrich.

      Vielen, die ihr Maul weit aufreißen, fehlt es an Biss !
    • Das Bild hat an den richtigen stellen die Schärfe. Es ist sehr scharf aber nicht unangenehm. Man sieht jede Hauptpore was der abgelichteten nicht schmeichelt aber das junge frische Gesicht kann es sich leisten ungeschönt gezeigt zu werden. Ich bin vom Schärfeverlauf sehr angetan und der Anmut des Bilds entzückt mich. Ich hab erst vor kurzen eine Norma gekauft und es war ein Symmar 150mm f5,6 aus der Zeit dabei wo dein Bild entstand. Das ist ja vielversprechend und ich werde mal versuchen dein Bild nachzustellen.
      Danke fürs zeigen.
      LG
      Adi
    • Wo, vor Allem wie, schafft eine- zumindest auf mich - ungünstig wirkende hellunscharf/dunkel"scharf"-Bluse, Raum?
      Dimension erkenne ich z.B. in hohem Maße im hellen Gesicht vorm dunkleren Hintergrund, und die herrlich unscharfe hintere Schulter hebt das Gesicht gut hervor.

      Ich stelle mir gerade eine echte, mittig geteilte schwarzweisse Bluse vor - auch das würde mich irritieren.
      Kann auch an mir liegen :)

      VG,
      Ritchie
      Geht nicht? Gibts nicht..
    • Hallo liebe Forenten.

      Ich bin erstaunt über die Resonanz auf das Foto und ich danke für die positive Reaktion und über die Anerkennung. Danke !

      Wenn ich so zurückdenke, so muss ich sagen, dass ich mir während der Aufnahme über viele angeschnittene Punkte keine Gedanken gemacht habe. Ich war einfach von der Linhof-Kamera begeistert, ein riesiger Schritt für mich von einer billigen 9x12 Laufbodenkamera mit einem Eurynar-Objektiv zu dem Meisterstück "Linhof". Ich kann mich erinnern, dass ich während der Aufnahme ganz euphorisch über die Technika war. Ich musste einfach fotografieren, egal was und wie, Hauptsache ich konnte die Linhof "begreifen" und fühlen.

      Das Portrait meiner Frau entstand in der Nähe des Wohnzimmerfensters, auf den Hintergrund habe ich gar nicht geachtet, und die Schatten habe ich mit einer 250W-Nitraphot aufgehellt (mehr gefühlsmässig). Dankbar bin ich meiner Frau für die Geduld und die Ruhe beim Modelsitzen, denn ich benötigte einige Zeit für den Wechsel der Mattscheibe/Kassette. Für die Lichtmessung (eigentlich kann ich von einer Messung nicht sprechen, denn ich hatte keine praktische Erfahrung) benutze ich einen DDR-Belichtungsmesser.

      In den Jahren 1959/1960 begann der Trend zum Farbfilm. SW-Materialien waren im Fotogeschäft reichlich im Angebot. Planfilme und Platten waren reichlich im Angebot, oft gleich zum Mitnehmen. Der Preis für ein Dutzend 9x12-Platten lag so um die 6,00 DM. Die am häufigsten eingesetzte Platten/Filmempfindlichkeit lag um 17/10° DIN. Empfindlichkeiten um 22-23/10° DIN galten als höchstempfindlich und wurden wegen des gröberen Korns gemieden. Um 1953 belichtete ich ausschliesslich Silber-Eosin-Platten mit einer Nennempfindlichkeit von ca. 9/10° DIN (!). Ein wundervolles Filmmaterial, dass bei rotem Dunkelkammerlicht in der Schale entwickelt werden konnte. Beinahe alle namhaften Hersteller wie Agfa, Mimosa, Perutz u.s.w. hatten Glasplatten im Angebot.

      Viele Grüsse,
      Max-Friedrich.

      Als Anhang eine kleine Kostprobe alter Silber-Eoin-Fotos. (6x9)
      Vielen, die ihr Maul weit aufreißen, fehlt es an Biss !
    • Die Linhof-Technika hatte ich mir aus dem Fotostudio meines Arbeitgebers geliehen. Leider nur für ein Wochenende und dann musste ich mich davon trennen. Das endgültige AUS dieser Kamera wurde ca.1980 durch einen unaufgeklärten Einbruch besiegelt.
      Mit der Einführung des Hasselblad-Systems schwand auch mein Interesse an einer grossformatigen Kamera. Die Hasselblad- und Leica-Ära wurde so um 1976 durch den Kauf einer Linhof 220 unterbrochen, aber nur für eine kurze Zeit. Durch unseren Sohn fand ich vor ca. 2 Jahren wieder Zugang zum Grossformat mit einer Sinar F2. Die Bequemlichkeit beim Fotografieren führte mich zur Cambo Actus und der Sony A7 II.

      Glasplatten 4x5" gibt es noch aber der Preis mit 16,90 € pro Aufnahme ist mir zu happig. Der neue Polaroid-Film 545 (Negativ +Positv) liegt auf der gleichen Ebene.

      Was bringt die Zukunft ?
      Mein Sohn und ich planen nach einer Canham 5x7" (schon vorhanden) uns dem 8x10"-Format zuzuwenden, evtl. sogar mit einem Eigenbau.

      Grüsse von
      Max-Friedrich.
      Vielen, die ihr Maul weit aufreißen, fehlt es an Biss !