Aus der Vergangenheit - Mein erstes Architektur-GF-Foto

    • Aus der Vergangenheit - Mein erstes Architektur-GF-Foto



      Vor einigen Tagen entdeckte ich eine Schachtel mit einigen entwickelten 9x12 Negative auf Glasplatten. Davon möchte ich hier ein Foto vorstellen.
      In der Adventszeit 1961 habe ich mir aus der Fotoabteilung meines Arbeitgebers eine 9x12 Linhof Laufbodenkamera mit einem Schneider Angulon 90mm f/6.8 entliehen. Im örtlichen Fotohandel kaufte ich ein Dutzend PERUTZ Perchromo Platten mit einer Nennempfindlichkeit von 17/10° DIN für DM 5,95 gekauft. In der Göttinger Albani-Kirche habe ich meine erste 9x12 Aufnahme belichtet. Die Platte habe ich in einer Schale noch der Schaukelmethode entwickelt (Rodinal ?).
      Digitalisiert habe ich das Glasnegativ mit einer Sony A7 - Kamera und einem Leitz Makro-elmar 60mm. Drei überlappende Belichtungen habe ich gestitcht, mit Adobe Elements zusammengesetzt und mir Capture One Pro bearbeitet.

      Nach dem fertigen Bild entdeckt man eigentlich seine Fehler: die Tiefenschärfe sollte durch stärkeres Abblenden bis in den hinteren Teil des Bildes reichen. Der Standpunkt war leider nicht mittig. Durch die nachträgliche perspektivische Korrektur sind in den Gewölbebögen leichte Verzerrungen zu sehen. Trotzdem bin ich noch heute auf diese erste Grossbildaufnahme stolz.

      Viele Grüsse
      Max-Friedrich
      Vielen, die ihr Maul weit aufreißen, fehlt es an Biss !
    • Eine wirklich saubere Aufnahme!

      Ich weiß was es bedeutet, Glasnegative zu digitalisieren. Wir haben noch einige hundert Glasnegative aus den viertigern in 13/18cm hier. Die wurden von mir mit dem Heidelberger Topaz-II digitalisiert. Aufgrund der Dichte war es selbst für diesen High-End Scanner eine Herausvorderung.
      Dieses Negativ hier scheint aber richtig in der Belichtung zu sein.

      Gruß
      Winfried
    • Hallo Winfried,
      es ist richtig, das Glasnegativ wurde Richtung belichtet - eigentlich mehr intuitiv als durch Wollen.
      Mir ist es neu, dass der Topaz Schwierigkeiten mit dichten Negativen beim Scannen hat. Bisher hielt ich z.B. die Trommelscanner ideal für das Arbeiten an Negativen. Der erreichbare Dynamikumfang soll der beste sein....
      Erfahrungen im Repro- und Druckbereich habe ich keine. Ich bin aber mit dem Abfotografieren (Digitalisieren) mit einer hochwertigen Digitalkamera sehr gut zurecht gekommen. Ein Stitchen ist nicht unbedingt erforderlich, natürlich treibt man damit nicht nur die Dateigrösse in die Höhe. Versuch es doch einmal mit einer Vollformat-Digi-Kamera in Kombination eines guten Makro-Objektivs. In jedem Fall decke das Nebenlicht der Leuchtplatte mit dunklen Streifen ab und verdunkle den Aufnahmeraum. Den Belichtungsmodus der Kamera stelle ich auf AUTO und mach eine Belichtungsreihe mit +/- drei oder fünf Aufnahmen. Im RAW-Konverter schau Dir dann die Aufnahmen an: eine ist mit Sicherheit dabei, die eine gute/brauchbare Durchzeichnung der Dichten hat. Die Gradanion kann sehr gut ebenfalls mit dem Konvertierungsprogramm angepasst werden.

      Viele Grüsse
      Max-Friedrich
      (Horst)
      Vielen, die ihr Maul weit aufreißen, fehlt es an Biss !
    • Hallo,

      die Aufnahmen, die ich meinte, stammen aus dem Jahr 1947. Mein Schwiegervater fotografierte die Domfiguren in Halle. Filme gab es keine, also hat er die Platten selbst beschichtet (er arbeitete damals an der Grafikschule Gibichenstein als Dozent für Fotografie). Belichtungsmesser hatte er auch nicht. Die Negative sind extrem durchbelichtet und hart. Aber wir haben sie alle hinbekommen, war eben ziemlich viel Arbeit.
      Eine Ausstellung der Aufnahmen 70x100 cm im Stadtmuseum Halle war ein voller Erfolg. Anfang 2017 werden wir die Ausstallung am Chimsee noch einmal zeigen.

      Lieben Gruß
      Winfried
    • Tolle Aufahmen die Du zeigst, Danke!
      Was ich interessant finde ist daß Du Anfang der 60-ger auf Glasplatten fotografiert hast. Ich dachte daß die Glasplatten schon vor WKII von Zelluloid abgelöst wurden und nur noch für Spezialaufgaben (Astro, Architektur, Pläne) genutzt wurden.
      Zeit ist nicht Geld.
      Zeit ist Zeit.
    • Ja, Peter Du hast Recht, aber für das präzise Ablichten, nicht nur bei der Astrofotografie und Reprotechnik, waren Glasplatten sehr beliebt.
      Hast Du schon einmal mit einer 8x10 Kamera aussen bei Sonneneinstrahlung gearbeitet ? Besonders wenn der Balgen der Kamera mit einen schwarzen Einstelltuch abgedeckt war ?
      Das innere des Balgens erwärmt sich sehr schnell. Öffne dann mal die mit einem Planfilm geladene Kassette und der ehemals planliegende Film macht nach kurzer Zeit "BLUB".
      So wie bei der Projektion glasloser Diapositive.
      Nun kennst Du die Vorzügen von Glasplatten in der GF.

      Gruss
      Max-Friedrich

      Hinweis: Ich persönlich empfehle ein Einstelltuch mit weisser Aussenseite.
      Vielen, die ihr Maul weit aufreißen, fehlt es an Biss !
    • Hallo Max-Friedrich,

      auf einem Trommler kann man ja keine Glasplatten scannen, die müssten ja gebogen sein. Und Glasnegative biegt man bekanntlich nur einmal...
      Nein, Probleme hatten wir mit dem Topaz-II nicht. Die Negative waren eben zum Teil richtig schwarz und auf der anderen Seite manchmal recht dünn. Ein einfacher Scanner hätte das nie hinbekommen, ein Trommler wäre aber noch einmal eine Klasse besser gewesen. Nur eben - es geht nicht.

      Gruß
      Winfried
    • Nicht ganz.

      HDR mache ich heute auch ab und zu, wenn die Kontraste es nicht erlauben, mit einer einzigen Belichtung zurecht zu kommen.
      Nur bei historischen Platten geht das eben nur bedingt. Manchmal mache ich dann drei Scans unterschiedlicher Dichte und lege sie übereinander. So haben wir es bei manchen zu harten Negativen auch mal "hingebogen".

      Gruß
      Winfried