Schwenken

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    • Man kann um die horizontale Achse schwenken (nach vorn oder nach hinten; das legt die Schärfe flach) - man kann um die vertikale Achse schwenken (das dreht die Schärfe wie eine Tür).


      Wo es hier passend scheint, setze ich ein eigenes Beispiel ein mit Schwenkung um die senkrechte Achse - Sinar P2 - 300mm Fujinon - TMAX100:

    • Mal wird der Fußboden scharf, mal die Decke, beides bis Unendlich, wenn es so eingestellt ist.
      Die Schärfeebene ist wie ein Blatt Papier, das man in den Raum hält. Wirklich scharf ist nur das Papier. Durch Blende und Entfernung gibt es aber senkrecht zum Blatt einen Bereich, den wir noch als scharf akzeptieren, weil die Zerstreuungskreise, in die die Punkte abgebildet sind, eine bestimmte Größe nicht überschreiten. Bei einer Fachkamera läßt sich die Lage im Raum dieser Ebene (ziemlich) frei wählen.
      Mehr ist nicht.

      Bei dem Foto oben wurde die Schärfenebene so gelegt, daß sie auf Hals und Decke der Gitarre verläuft. An den Steinen ist zu sehen, wie senkrecht dazu die Schärfe abnimmt.

      Ich finde es eben sinnvoller, das Prinzip zu verstehen, als durch einige Spezialfälle mit interessantem Namen die Sache eher zu verdunkeln. Dazu gehört auch der Begriff "Schärfekeil". Der suggeriert, daß innerhalb eines keils alles scharf ist und außerhalb nicht. Das ist so auch nicht richtig. Und daß die Schärfe bei nach vorn gekippter Objektivstandarte bis an den Horizont reicht, ist ebenso ein Spezialfall. Bei Objektaufnahmen / Stills muß häufig auch sowohl vertikal als auch horizontal geschwenkt werden, um die Schärfe geeignet zu legen - da freut man sich, wenn man eine Kamera hat, mit der das geht -> Torkelfreiheit.

      Ich habe bei dem Foto oben extra die technischen Daten erwähnt. Ein 300mm Objektiv hat etwas weniger Schärfentiefe als die Kamera in einem Smartphone.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Diesch ()

    • Diesch schrieb:

      Ich finde es eben sinnvoller, das Prinzip zu verstehen, als durch einige Spezialfälle mit interessantem Namen die Sache eher zu verdunkeln. Dazu gehört auch der Begriff "Schärfekeil"

      Ich hatte mich tatsächlich mit zuviel grauer Theorie schwergetan und kann nach Lesen so mancher Scheimpflugerklärung bestätigen, dass das Thema oft und gerne unnötig verkompliziert und übermässig thechnisiert wird.
      Ich hab da Zeichnungen und Erklärungen gesehen, die würde ich jetzt immer noch nicht verstehen.

      Als ich aber beim praktischen Rumfummeln auf einmal diesen in der Theorie des Scheimpfluges stets beschriebenen Keil auf der Mattscheibe sah, der sich, so wie es regelmässig beschrieben wird, beim Abblenden aufspreizte, das half mir zum Verständnis, und ein guter Teil der Theorie machte nun Sinn.

      Zur Erfassung der benötigten Einstellwinkel gab mir Thomas Kreil einmal den nützlichen Tip, die Kamera von der Seite einzustellen, unter Beobachtung der einschlägigen Ebenen.
      Auch dies hilft dem Verständnis.

      Für einen vertikalen Scheimpflug hilft es meiner mangelhaften räumlichen Vorstellung auch schon mal, einfach den Kopf um 90 Grad zu kippen, dann wird aus dem vertikalen wieder ein horizontaler Scheimpflug.

      Für mich wird sich jedenfalls, baW., beim normalen Scheimpflug weiterhin die Schärfe entlang meiner gewählten Einstellebene von vorn bis hinten ausdehnen und vom Objektiv gehend fächerförmig in den Raum aufweiten ( oben und unten).
      Objekte, welche aus diesem Keil herauswachsen, wachsen für mich auch weiterhin aus der Schärfe.


      Wenn Du das einfacher anwenden und erklären kannst, wäre das schon eine feine Sache.


      Diesch schrieb:

      Bei Objektaufnahmen / Stills muß häufig auch sowohl vertikal als auch horizontal geschwenkt werden, um die Schärfe geeignet zu legen - da freut man sich, wenn man eine Kamera hat, mit der das geht -> Torkelfreiheit.

      Je nach Kameraprinzip, Basisschwenk oder Zentralschwenk, fokussiere ich etwas anders, und obwohl keine meiner Kameras torkelfrei ist, geht das - natürlich nicht so komfortabel wie bei einer Torkelfreien.

      Deinen letzten Satz mit dem Smartphone habe ich leider nicht verstanden.

      VG,
      Ritchie
      Geht nicht? Gibts nicht..
    • Der letzte Satz war auch nur ein Hinweis darauf, daß diese Probleme im Prinzip "hausgemacht" sind, weil mit der Großformat mit langen Brennweiten fotografiert wird (mein Still mit 300mm). Bei einem Smartphone ist die Brennweite so kurz, daß immer alles scharf ist ist (Fast), was aber wieder die Gestaltungsmöglichkeiten einschränkt.
    • "torkelfrei"....

      auch so ein Wort, das wenige verstehen.
      Du hast die Sinar P, ich habe die Linhof Kardan Master GTL in 13/18 und 18/24cm Meines Erachtens die beiden einzigen Kamerasysteme, die torkelfrei sind.
      Bilder
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      • _FZB6083.jpg

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      • Linhof Kardan Master GTL.jpg

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    • Solange die Bank nicht nach vorn oder hinten gekippt wird, ist die Gefahr kleiner. Manche Kamerahersteller haben deshalb extra lange Standarten, um über die indirekte Verstellung der Gefahr entgegen zu wirken. Nur fördert die Ausnutzung der langen Standarten natürlich nicht die Stabilität, Starrheit der Kamera.
    • Bei den Torkelfreien kann man grob gesprochen schwenken, ohnezuvor gefundene Eistellungen verändern zu müssen.
      Die Schärfe stülpt sich beim Schwenken fast von allein über das Motiv.

      Beim Zentralschwenkmodell pfeift die Schärfe schon doller ab, wenn man die Optik schwenkt, und bei Kameras mit Basisschwenk muss man gewaltig nachfokussieren, weil sich ja automatisch der Auszug beim Schwenken mitverändert.
      Eigentlich verändert sich alles, bei Makro auch noch die Gegenstandsweite, und man muss auch noch ordentlich nachshiften...
      Basisschwenk erfordert zusätzlich einen "kompetenten" Balgen bzw. grenzt bei zu kurzem Balgen auch die Möglichkeiten ein.
      Trotzdem mag ich Basisschwenk lieber als Zentralschwenk, je nach Kamera...
      Geht nicht? Gibts nicht..
    • Meine Technika 9/12 habe ich leider verkauft.

      Im Format 13/18cm haben wir sie noch. Aber mein Liebling für unterwegs ist die Plaubel Peco Junior 9/12 (10x15). An dieser Kamera habe ich gelernt (1972), als ich nach Würzburg zu meiner Frau kam, stellte ich erfreut fest, daß sie hier auch vorhanden ist und zwischenzeitlich habe ich 3 Sets dieser Kamera. Der Koffer dürfte ähnlich groß sein und beherrbergt Kamera, beide Balgen, Beli, Filter, Kassetten und 75/90/150/180 sowie das 240mm. Das alles zusammen paßt bei einer Atelierkamera niemals in einen einzelnen Koffer.
      Wie hier zu sehen, verwende ich auch oft das Rotorrückteil mit den RB67 Kassetten oder das 6x9 Rückteil für die Plaubel Kassetten.

      Gruß
      Winfried
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      • Plaubel Peco Junior_FZB6137.jpg

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      • Plaubel Peco Junior_9x12.jpg

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    • Hallo zusammen,

      ich habe noch eine Frage zu dem Bild.
      Die Gitarre auf dem Bild ist entweder Seitenverkehrt aufgenommen worden oder eine Linkshänder-Gitarre. Bist du sicher, dass das Foto richtig herum vergrößert/eingescannt worden ist?

      Oder doch eine Linkshänder-Gitarre?

      Gruß
      Klemens
      Man(n) ist nie zu alt was neues zu lernen.