40 Kg Neuzuwachs

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    • 40 Kg Neuzuwachs

      Oft wurde sie gestellt, die Frage, und vielerorts dazu - gibts da was ?
      Ja, da gibt bzw. gab es was.

      Bringt es was ?
      ...
      Die Antwort konnte mir keiner wirklich liefern.

      Oft zuckte mein Bietefinger, aber reichlich gestellte Fragen simpelster Natur konnten nicht beantwortet werden, nie erfuhr ich, ob mein ersehntes Einsatzgebiet abgedeckt werden kann.

      Daher reagierte ich heute auf ein Angebot, welches "nur" runde 100Km entfernt erstellt wurde.
      Eine schnelle Messung, ein kurzes Gespräch über fragwürdige Technik, Platzsorgen, Zeitaufwand und Benzinkosten, dazu ein Blick in mein leidgeplagtes Gesicht - und schon stimmte der Preis.

      Firma Heinrich Malinski aus Leipzig hats einst gebaut, unter Verwendung von Optiken aus dem Hause Meyer -

      das Epi-Diaskop.

      Projektionsfertig montiert, präsentieren sich rund 30 Kg Guss o.ä. , sowie etwas Glas und ein utopisches Leuchtmittel, in stolzen 90 cm Länge.

      Das 3,6 / 420er Epidon für Auflichtprojektion hat mit sagenhaften 13 cm Durchmesser ein wenig von einem Bullauge, die Projektionsobjektive muten dagegen fast normal an.

      Mit dem Epidon gedenke ich bei Gelegenheit etwas Licht durch die Plaubel strömen zu lassen, um mal einen Planfilm anzusengen.
      Mal sehen, was das gibt...

      Meister Malinski, später von VEB Bildwerfer ( ehrlich :) ) absorbiert, gedachte von Kleinbild über Mittelformat bis hin zum 9x12 cm Dia einfach alles mit diesem Okkolyten zu projizieren.
      Ich widerum gedenke 4x5" Dias auf 9x12 cm zu schneiden und gelegentlich auch mal ein 6x9er einzuwerfen.

      Selbst ein Zubehörteil, welches Diafilm am Stück fasst, ist dabei.
      Einzeldias ab 6x6 cm werden in Holzrähmchen gesteckt, welche widerum in einen 2 Dias fassenden Schieberahmen gelangen; eines wird projiziert, das andere kann gewechselt werden, dann wird geschoben...

      Die monströse Birne wird wohl hinüber sein, vermute ich mal, aber ich erhoffe mir gleich, mittels einer kleinen und provisorischen Bastelaktion das eine oder andere Dia in das angrenzende Naturschutzgebiet zu reflektieren.

      Bin gespannt :)
    • Re: 40 Kg Neuzuwachs

      So, jetzt weiss ich mehr.
      Unglaublich, aber die Originallampe hat noch funktioniert !

      Somit kann ich auf die Schnelle sagen, dass ein knapper Beschnitt von vielleicht 7 mm an der Längsseite des 4x5" Dias ausreicht, um es in das vorgesehene Holz-Rähmchen zu stecken.

      [Blocked Image: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/dsc00441vdjqsri61f.jpg]

      (Die dünnen Striche sind vom Monitor, auf den ich das Diarähmchen kurz gelegt habe.)

      Die Länge des Dias braucht nicht weiter verändert zu werden, somit wäre also die Erstellung neuer Rähmchen interessant, in welche dann das komplette, ungeschnittene Dia eingeführt werden könnte.

      Es fehlten ja in meiner obigen Beschreibung noch runde 10 Kg - das ist dann die Leinwand.
      Eingerollt in einem Holzsarg, zieht man sie nach Öffnung desselben einfach hoch; dahinter entfaltet sich mühelos ein Mechanismus, und schwupp - schon steht die Leinwand.Genial !

      Sie verdient allerdings den Namen nicht, hat doch einerseits schon der Gilb gewirkt, und andererseits die Oberfläche die Struktur einer Erfurter Rauhfaser.
      Nun, für den ersten Glubsch hat sie allemal gereicht.

      Der gesamte Projektor plus Zubehör kam übrigens in einer originalen "Gerätebox", welche ich kurzerhand als Projektionstisch nutzte.

      Nach kurzem Gefummel an den verschiedenen Einstelloptionen und einem zarten Stups an der Birne erstrahlte das Grossformatdia in angenehmer Präsenz auf der Rauhfaserleinwand !!

      Erst hatte ich noch Vignetten an den Bildrändern, welche aber nach kurzem Primeln verschwanden.
      Die Birne muss, ähnlich wie beim Durst Laborator 138 , eingepegelt werden, sie sitzt ausserdem in einem verschiebbaren Gehäuse, um den Abstand der Linse zum Kondensor zu variieren, und vorn kann man locker 20 cm am Objektiv zotteln, wobei es keine Feinjustierung dafür gibt, es sei denn, man geht auf kleinere Formate.

      Fazit :
      Bildkreis ausreichend, erste Schärfeeindrücke den Umständen entsprechend akzeptabel.
      Das Dia scheinbar weit genug entfernt von der Lichtquelle, um nicht in Rauch aufzugehen.


      Yo, dachte ich mir so, sieht doch ganz gut aus, das ziehe ich mir jetzt mal die nächsten 30 min rein, und ein digitales "Beweisfoto" kannste auch gleich mal machen - da ward es schleichend dunkel.
      Der Birne letzter Glimm, vergangen in meinen 4 Wänden.
      RIP :)

      Ich begebe mich daher auf die Suche nach einem VEB-Bildwurfleuchtmittel und erkunde mittelfristig eine zukunftssichere Lösung.

      Eine Leinwand muss desweiteren her ( meine alte hatte ich mal wegen Altersschwäche entsorgt), welche ich vielleicht sogar auf das Sargmodul aufziehe, und dann kann man mal darüber reden, wie es um die Qualität der Projektion mit solch einem abenteuerlichen Gerät bestellt ist.

      Sollte des Meyers Optik schwächeln, könnte ich die auch gegen ein Componon S tauschen; am optischen System selbst würde ich aber vermutlich keine Änderungen vornehmen wollen.

      Für mich hat sich die heutige sommerliche Fahrt an die Oder jedenfalls schon jetzt in vollem Umfange gelohnt, und nach den ersten Eindrücken sehe ich dem Projekt "Grossformatbildwurf" äusserst optimistisch entgegen.

      Selbst, wenn die Qualität einer guten KB- oder MFprojektion unterlegen sein würde ( vermutlich wohl schon ?), ist es ein schönes Gefühl, das GF-Dia zukünftig auch projizieren zu können.

      Gruss,
      Ritchie
    • Re: 40 Kg Neuzuwachs

      Heute ein schnelles Foto vom Dia-Gerät :

      [Blocked Image: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/epifantfr4lwzmbvt.jpg]

      Der mechanische Aufbau ist simpel und hat sich mir schnell erschlossen, da gibt es nix, was einen ins Grübeln kommen lässt.

      Das inzwischen herausoperierte Epidon hat 13 cm im Durchmesser , ist ca. 20 cm lang und wiegt 1,5 bis 2 Kg.
      Warum sich dieses per Zahnstangentrieb fokussieren lässt, die 9x12 Projektionsoptik jedoch von Hand in einer Hülsenführung bewegt werden muss, entieht sich meinem Verständnis.

      [Blocked Image: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/epidon25ufxr217ci.jpg]

      [Blocked Image: http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/epidonc8uvdwlas3.jpg]

      Das Gestell, welches auch die Aufnahme für Aufsichtsvorlagen enthält, ist mit 2 Rändelschrauben schnell abnehmbar, man könnte also bei Bedarf das zulässige Gesamtgewicht unter Verzicht auf das Epikop und entsprechendes Gedöns ca. 10 Kg reduzieren.

      Die Reinigung der optisch relevanten Elemente ist möglich, aber das ist leider nicht optimal wartungsfreundlich gelöst. Aber ich hatte schon Schlimmers auf der Werkbank.

      Aus Guss ist da übrigens nichts, da liess ich mich zu Unrecht von der Hammerschlaglackierung inspirieren - alles geschraubtes Blech, so wie ich es eigentlich aus dem Hause VEB kenne.

      Beleuchtungsmässig sollte sich eine neue Lösung finden lassen, Platz genug wäre wohl vorhanden.
      Die Originalbirne hat so 13 cm Länge und vielleicht 6 cm im Durchmesser.

      Gruss,
      Ritchie