Sinar f2

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    • Hallo!

      ...wie startet Ihr mit der Sinar f2 nachdem Ihr aufgebaut habt? erstmal alles auf 0 stellen ist klar, aber wie geht Ihr dann vor? Bei der Laufbodenkamera hab ich erstmal auf unendlich gestellt und bin dann ans Motiv ran, und dann fokussiert. Jedoch kann man da hinten nichts einstellen. Jetzt hab ich ein paar Rädchen mehr und weiss auch nicht wo man normalerweise fokussiert, ob hinten oder vorne? Also irgendwie klappt es natürlich und es kommen auch schon gute Polas raus aber irgendwie hab ich das Gefühl ich geh falsch an die Sache ran. Also ich meine jetzt speziell bei der Sinar f2, ansonsten hab ich theoretisch auch schon viel gelesen (Fotoschule Großformat) und es funktioniert auch mit der Belichtung relativ gut. Mich würde so ne Art "Workflow" interessieren...



      viele Grüsse

      Backenbart
    • Hi,

      mach die Grobverstellung mit dem Feststellrad der Standarten. Wenn Du die ganz leicht lockerst, kannst du diese leicht auf dem Grundrohr hin- und her schieben. Mit der Zeit bekommst Du ein Gefühl, wo die Frontstandarte bei den einzelnen Brennweiten stehen muß, damit du beim Verschieben der hinteren Standarte dann bei der "unendlich" Einstellung trotzdem den Bankhalter in der Bitte zwischen beiden Standarten hats.

      Viel Spaß mit dieser genialen Kamera.

      Micha
      Michael Nicolai

      Administrator
    • Die Bildschärfe ist die Angleichung der Bildweite zur Gegenstandsweite. Geschieht das an der Vorderstandarte verändert sich die Bildweite, als auch der Gegenstandsweite.
      Aber man will ja nicht pingelig sein, da bei Landschaftsaufnahmen die Gegenstandsweite ein vielfaches der der Bildweite ist.
      Im Nahbereich ist das eben anders, da sich hier der Abbildungsmaßstab ändert.
      LG
    • "backenbart" schrieb:

      Hallo!

      ...wie startet Ihr mit der Sinar f2 nachdem Ihr aufgebaut habt? erstmal alles auf 0 stellen ist klar, aber wie geht Ihr dann vor? Bei der Laufbodenkamera hab ich erstmal auf unendlich gestellt und bin dann ans Motiv ran, und dann fokussiert. Jedoch kann man da hinten nichts einstellen. Jetzt hab ich ein paar Rädchen mehr und weiss auch nicht wo man normalerweise fokussiert, ob hinten oder vorne? Also irgendwie klappt es natürlich und es kommen auch schon gute Polas raus aber irgendwie hab ich das Gefühl ich geh falsch an die Sache ran. Also ich meine jetzt speziell bei der Sinar f2, ansonsten hab ich theoretisch auch schon viel gelesen (Fotoschule Großformat) und es funktioniert auch mit der Belichtung relativ gut. Mich würde so ne Art "Workflow" interessieren...



      viele Grüsse

      Backenbart


      Kommt ganz aufs Motiv an. In jedem Fall gilt: verstellen der Objektivstandarte ändert den Abb-maßstab
      und Verstellen der Filmstandarte die Perspektive.
      machen wir das Beispiel Bahngleis: Soll scharf werden von ganz vorne bis Horizont
      1.Filmstand. senkrecht und Objektivstand. senkrecht
      2.Filmebene und Objektivebene und Gleisebene müssen sich in einer gemeinsamen Kante treffen
      3.Fernpunkt mit Filmst.einstellen(Verschieben auf Bankrohr) Feintrieb dabei auf Null.
      4.Nahpunkt mit Filmstand.einstellen, jetzt aber mit Feintrieb, gefahrene Striche an der Skala ablesen
      und an der Frontstandarte als Winkelgrade einstellen, ergibt Kipp nach vorne, weil sich die 3 Ebenen etwa unterm Stativ treffen müssen.
      5.Der emittelte Winkel kann auf beide Standarten hälftig verteilt werden.
      6. Allgemeinschärfe nachstellen mit Feintrieb vorne oder hinten, fertig.
      Blende kann offen bleiben weil Gleisebene flach ist,

      7, Reicht die Winkelskala nicht aus, wird eine der Standarten grob vorgeschwenkt, dann weiter wie unter 1-6

      8.Bei senkrechter Schärfenebene Wie Mauer oder Zaun, gleiches Vorgehen, nur werden die gemessenen Fahrstriche auf den Winkelskalen der senkrechten Achsen eingestellt, fertig.

      Horst
      Wo kämen wir hin,
      wenn jeder sagte, wo kämen wir hin
      und keiner ginge, um zu sehen
      wohin wir kämen,
      wenn wir gingen.
    • Das mit der Schärfeneben berechnen ist ja schon super elegant bei der SINAR gelöst. Noch ne Tipp um das Beispiel mit den Bahngleisen aufzugreifen. Sollten da Masten im Bild sein, wirst Du feststellen, dass wenn Du den "Winkel" auf beiden Standarten verteilt einstellst, die Masten nicht mehr senkrecht stehen. Das musst Du Dir bei der Arbeitsweise einschärfen. IMMER NOCH MAL kontrollieren. In diesem konkreten Fall darfst Du nur die vordere Standarte verstellen.

      Ich hoffe wir haben uns verständlich ausgedrückt :)

      Micha
      Michael Nicolai

      Administrator
    • "Micha" schrieb:

      Sollten da Masten im Bild sein, wirst Du feststellen, dass wenn Du den "Winkel" auf beiden Standarten verteilt einstellst, die Masten nicht mehr senkrecht stehen. Das musst Du Dir bei der Arbeitsweise einschärfen. IMMER NOCH MAL kontrollieren. In diesem konkreten Fall darfst Du nur die vordere Standarte verstellen.


      Kurz: Die Bildstandarte muss zu den Objekten parallel stehen, die gerade sein sollen. Ist das nicht der Fall stürzen sie ("sind schief").

      Gruss

      Christian
    • Re: Sinar f2

      "pocpga" schrieb:

      @aragon

      Wie verläuft die Gleisebene bzw. um welche Art Gleisbild/Ebene handelt es sich? Anhand des Beispiels werde ich nicht ganz schlau, da es sehr viele versch. gleisbilder gibt. Ne Grafik der drei Ebenen wäre nett. :)

      Lg


      Z.Zt. habe ich keinen Scanner, also gibts auch kein Bild.
      Aber es geht auch so:
      Die Kamera steht in Blickrichtung Schienenstrang.
      Denk dir die Mattscheibe in Schaufenstergröße bis auf die Bahnschwelle, das ist Ebene 1.
      Die Objektivplatte vorne, Ebene2 (auch in Schaufenstergröße) wird soweit gekippt, daß sich deren Unterkante mit der Mattscheibenunterkante von Ebene 1 berührt. Diese Berührlinie liegt (ca unter der Kamera) auf einer Bahnschwelle, deren Oberfläche zusammen mit den folgenden Bahnschwellen-Oberflächen Ebene 3 darstellt. Dann ist Scheimpflugs Gesetz in diesem Anwendungsfall erfüllt, weil alle drei Ebenen sich in einer Linie treffen und der gesamte Schienenstrang von Deiner Kamera bis El Alamein erscheint scharf, ohne weitere Abblendung. Bl. 5,6 reicht.
      Die Zeichnung kannst du nun anfertigen.
      Gruß
      aragon
      Wo kämen wir hin,
      wenn jeder sagte, wo kämen wir hin
      und keiner ginge, um zu sehen
      wohin wir kämen,
      wenn wir gingen.
    • Re: Sinar f2

      "GFNAG" schrieb:

      Bitte :
      nehmt den Schienenstrang eines stillgelegten Gleises...
      Grüße Norbert


      Scheimpflug gilt auch wenn man 2 m neben dem Gleis aufbaut, dann hat noch mit Glück einen Güterzug mit 55 Waggons drauf, das ist dann für Fortgeschrittene.
      +
      lG
      aragon
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      wenn wir gingen.
    • Re: Sinar f2

      Also ist Scheimpflug indiziert, wenn der Bereich der Winkelmesstrommel nicht reicht. Dann muss man mit tilten(scheim) oder starken abblenden nachhelfen.

      Ist der Winkel der Schärfeebene abhängig von dem der Objektivebene? Der Winkel der Schärfe müsste auch in Abhängigkeit zur OE verdoppeln oder? Wenn ich dann nich abblende, wird der Schärfekeil größer und alles sollte knack scharf sein.

      Hm...
    • Re: Sinar f2

      "pocpga" schrieb:

      Also ist Scheimpflug indiziert, wenn der Bereich der Winkelmesstrommel nicht reicht. Dann muss man mit tilten(scheim) oder starken abblenden nachhelfen.


      Scheimpflug ist u.a. indiziert, wenn Du grosse Tiefenschärfe bei möglichst offener Blende haben möchtest.
      Oder wenn eine zu erreichende TS bei Parallelstellung, trotz Abblendung, nicht erreichbar wäre.
      Oder wenn die Schärfeebene schräg laufen soll...

      Wegen des winkligen Aufbaus des Schärfekeils wirds aber bei grossen Objekten im Vordergrund schwierig bis unmöglich, den Scheimpflug zu nutzen.

      ""Ist der Winkel der Schärfeebene abhängig von dem der Objektivebene?""

      Die Lage der Ebene zum Scharfstellen und entsprechend die Lage des Schärfekeils, also somit auch Dein erfragter Winkel, definierst Du selbst - ungefähr in halber Höhe der Objekte( als Beispiel: ein zweistöckiges Haus im Hintergrund fokussierst Du nicht am Sockel oder am Dach, sondern im 1. Stock).
      Blendest Du nun ab, kommen Sockel und Dach auch scharf.

      Mit dem Winkel der Objektivebene verlagerst Du die Schärfe von Nah-und Fernpunkt in Deinem Sinne ( alles scharf).

      Willst Du "Deinen " Winkel noch verlagern, könntest Du theoretisch die gesamte Kamera unverstellt über den gemeinsamen Schnittpunkt der 3 Ebenen bewegen.

      Gruss,
      Ritchie
    • Re: Sinar f2

      "pocpga" schrieb:

      @Ritchie

      Bei großen Objekten im Vordergrund, wäre da nicht ein invertierter Schärfekeil im Sinne des Antischeimpflugs sinnvoll?

      Lg



      Mit Antischeimpflug wird jedenfalls jede Schärfeausdehnung verkürzt, was je nach Bildaufgabe sehr nützlich sein kann.
      Im Übrigen kommt es auf das Objekt und seine Form an, und wie weit man davon entfernt ist. So pauschal kann man dazu nichts sagen. Generell muß bei jeder Motivsituation neu überlegt werden wohin man die Schärfeebene nach Scheimpflug legt, und wie weit der übrige Schärfebereich durch Abblenden zu beherrschen ist.
      Gruß
      aragon
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